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wünſchte unſer junger Mann in das Innere des Gemaches zu dringen; bald aber fühlte er ſich beſchämt über ſeine Nengierde: „Ei was!“ ſagt Guſtav bei ſich ſelbſt,„weil eine Dame ſich nicht darum bekümmert, ob ſie einen Fremden ſieht, erhitze ich mir den Kopf!. ich ſchaffe mir tauſend Chimären!.. Es iſt eine Schönheit! es iſt ein Wunderding!... Ei, mein Gott! es iſt wahrſcheinlich eine ſehr gewöhnliche Frau, welche Andern gerne nützlich iſt, aber die Geſellſchaft Derer, welche der Zufall zu ihr führt, nicht wünſcht. Es liegt hierin nichts Geheimnißvolles!. Und für einen Mann, der Europa durchwandert hat, erſtanne ich über Geringfügiges, ich, der ich vernünftig zu ſein behaupte!.. Legen wir uns zu Bett, dies iſt beſſer, als den Mond und das Gemach dieſer Dame zu betrachten.“
Guſtav hat ſein Fenſter geſchloſſen, als die Klänge einer Harfe bis an ſein Ohr dringen. O! meiner Treu! die Neugierde gewinnt wieder die Oberhand; er legt ſich wieder unter ſein Fenſter und horcht aufmerkſam. Man hat einen geſchmackvollen Vortrag; die ſpielende Perſon kann nicht ſehr fertig ſein; ſie überſteigt jene Schwierigkeiten nicht, welche Verwunderung erregen, ohne zu entzücken, allein ſie legt Anmuth und Gefühl in die Aus⸗ führung: bald miſcht ſich eine Stimme mit den Klängen des In⸗ ſtruments; man ſingt eine Romanze. Guſtav empfindet ein außerordentliches Vergnügen, indem et die unbekannte Dame hört, denn ſie iſt es ſicherlich: dies kann keine Andere ſein, weil die Dienerin geſagt hat, daß ihre Gebieterin allein das Haus be⸗ wohne. Aber ach! der Geſang hat aufgehört, die Stimme und die Harfe verſtummen. Guſtav horcht noch, er möchte ſie immer
noch hören; nie hat die Muſik ähnliche ſüße in ihm
erregt. Nachdem Guſtav vergeblich eine Stunde lang in der Hofnung
gehorcht hat, noch einige Töne aufzufaſſen, legt er ſich endlich zu Bette; er iſt aber entſchloſſen, Alles zu verſuchen, um die Per⸗


