Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

257

über den jungen Franzoſen, weil er, wenn er ſehr warmen Thes trank, den Inhalt der Taſſe in die Untertaſſe goß und weil er ſeinen Löffel nicht in die Taſſe legte, wenn er nicht mehr trinken wollte.Wenn die großen Geiſter ſich in kleinen Dingen bemerkbar machen, ſagte Guſtav,ſo ſind die Engländer ſicherlich ſehr tiefe Denker. Ich wundere mich aber alsdann, daß man in der Ge⸗ ſchichte der Athenienſer, Spartaner und aller jener durch ihren Geiſt und ihre Tapferkeit berühmten griechiſchen Völkerſchaften nichts von der Art und Weiſe ſagt, wie ein Srn den Becher halten mußte, den man ihm vorſetzte.

Benoit gewöhnte ſich an die Gebräuche Englands: er fünfmal täglich, trank den ganzen Tag hindurch Thee, und ſobald es Nacht wurde, Punſch. Schon ſah er ſeinen Körperumfang zu⸗ nehmen, und er hörte mit Kummer, daß ſein Herr ein Land ver⸗ laſſen wollte, wo man ſo gut lebte.

Die jungen Miſſes waren hübſch, und in England genießen die ledigen Frauenzimmer eine große Freiheit; ſie können, ohne daß man es unanſtändig findet, allein mit einem jungen Manne ausgehen, mit ihm das Land, Schauſpiele, ſogar Bälle beſuchen;

einmal aber verheirathet, welcher Unterſchied! ſie verlaſſen

ihre Häuſer nicht mehr ohne ihre Gatten und geben ſich ganz der Sorgfalt für ihr Hausweſen hin. Doch konnte die Geſellſchaft der jungen Engländerinnen Frankreich bei Guſtav nicht in Ver⸗ geſſenheit bringen.Weißt Du, ſagte er eines Tages zu Benoit, daß wir nun drei Jahre abweſend ſind? Drei Jahre, Herr!... Ach, Gott! wie wird mich mein Papa größer, dicker und ſchöner finden! O! er wird Dich nicht mehr kennen.. Die Reiſen haben mich ſehr gebildet!... Wir ſind acht Monate in

Italien, ſechs in Spanien, ein Jahr in Deutſchland, drei Monate

in Polen geblieben, und jetzt iſt es nahe an zwei Monaten, daß

wir hier Beefſtenk und Roſtbeef eſſen. ich habe genug. Rechten

wir die Zeit hinzu, welche wir zu vieſen verſchiedenen 8 de Kock. N. S