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zumal von den ungebundenen Sitten der Pariſerinnen ſagen mag, ſo kann man dies doch nicht mit der Leichtfertigkeit vergleichen, mit der die Italienerinnen einen Liebeshandel anknüpfen.
Indeß hatte Guſtav den Ruhm oder vielmehr das Unglück, heftige Leidenſchaften einzuflößen; er trug aus Italien einige Stiletſtiche davon und Benoit Erklärungen und Vorſchläge, die er ſich bei ſeiner Zurückkunft von ſeinem lieben Papa verdeutlichen zu laſſen hoffte.
In Spanien ſpielte Guſtav Guitarre und liebelte durch kleine Fenſterläden. Er ging in die Predigt, die hübſchen Frauen zu bewundern und Blicke zu wechſeln; an der Thüre bot er Weih⸗ waſſer an, und alte Megären, welche man dort„Duenna“ nennt, und die hier Kupplerinnen heißen, folgten ihm in ſeine Wohnung und brachten ihm Liebesbriefe. In Spanien gibt es noch mehr Pracht und mehr Bettler als in Italien: die Extreme berühren ſich beinahe immer.
Benvit, der nicht wußte, daß in dieſem Lande der Bettel ein Handwerk iſt, und die Bettler Leute, denen man nur mit Achtung begegnen darf, hatte eines Tages das Unglück, einen Bettel⸗ Sennor, der die Cariſtade von ihm verlangte, ein wenig grob zurückzuweiſen; alsbald ſtürmte eine Menge Bettler auf Benoit los; er ward geſchlagen, gewälzt, mißhandelt; als Guſtav ſeinen Diener mit einem Rudel Elender im Handgemenge ſah, fiel er mit Stockſtreichen über die Bettler her; nun wurde die Sache ernſthaft; Bettler zu ſchlagen! dies hieß die Gebräuche, Gewohn⸗ heiten, Privilegien der Spanier angreifen, und dieſe Leute ver⸗ ſtehen keinen Spaß, in Allem, was ihren Stolz berührt; ſie legen Stolz in Niedrigkeiten, Eigenliebe in Kindereien und Eigenſinn in Knabenſtreiche.
Die Alguazils langten an; man führte Guſtav, Benoit und die Bettler vor den Herrn Corregidor. Der gnädige Herr gab der ſtolzen Canaille Recht, fand es ſehr ſchlecht, daß ein Einarmiger


