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Man langt im Hötel an. Guſtav hat ſein Bewußtſein
wieder erlangt; er wird von ſeinem Oheim empfangen, der in ſeinem Zimmer auf und ab ging, ſehr unruhig über ſeinen Neffen (denn der Thürſteher hatte Sorge getragen, ihm alle Begeben⸗ heiten des Morgens in vergrößertem Maßſtabe zu hinterbringen), und auf ſein Zipperlein fluchend, das ihn am Ausgehen hinderte.
Glücklicherweiſe war die Wunde Guſtav's leicht und durfte keine Unruhe verurſachen. Erſt nachdem er hievon die Ueberzeu⸗ gung erhalten hatte, zankte der Oberſt mit ſeinem Neffen. Dieſer erzählte ſeinem Oheim Alles, was am vorigen Abend ſich zuge⸗ tragen habe, als man ihm einen Brief von Madame Fonbelle überbrachte. Guſtav las ihn und übergab ihn ſeinem Oheim. „Seid Ihr wieder verſohnt?“ fragte der Oberſt.—„Leſen Sie, mein Oheim, Sie werden ſehen, daß es nicht möglich iſt, mich zu verheirathen.“ Der Oberſt las folgenden Brief:
„Wenn ich Sie heirathe, Guſtav, will ich weder Ihr noch mein Unglück machen. Ich fühle, daß ich Sie zu ſehr liebe, um glücklich mit Ihnen zu ſein. Ihr leichtſinniger und flatterhafter Charakter überliefert mein Gemüth unaufhörlich den grauſamſten Qualen. Seit zwei Tagen habe ich die Beweiſe Ihrer Unbeſtän⸗ digkeit erlangt, und die Vergangenheit läßt mich für die Zufunft zittern. Adieu. Julie, Dubourg, Liſe, die jungen Landmädchen werden Sie tröſten über den Verluſt Eugenien's.“
„Der Teufel hole die Weiber, die Liebenden, die Ränke und die Heirathen!..“ ſagte der Oberſt, den Brief von ſich ſchleu⸗ dernd;„aber es iſt auch Deine Schuld; Du machſt nichts als Dummheiten!...— Mein lieber Oheim, erlauben Sie mir, Ihnen zu ſagen, daß ich dieſes Mal keineswegs ſtrafbar bin; eine bösartige Frau hat Alles gethan. Frau von Saint⸗Clair hat alle ſtattgefundenen Scenen veranſtaltet: ſeit langer Zeit ſuchte ſie mich um Eugenien's Herz zu bringen, es iſt ihr gelungen. Wenn aber Madame Fonbelle, ehe ſie meine Frau iſt, Alles glaubt,


