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Guſtav nähert ſich leiſe und klopft ihm auf die Schultern; der Sa⸗ voyarde, durch den Anblick Guſtav's verwirrt, trocknet ſeine Augen.
„Wie, mein Freund, ich ſehe Dich immer weinen!. warum theilſt Du mir Deinen Kummer nicht mit?... Wenn Du im Elend biſt, wenn Deine Eltern unglücklich ſind, ſo nimm dieſen Beutel und ſchone ihn nicht! Ich habe oft Geld für Tollheiten verſchwendet, ich bin aber nicht geizig damit, um Unglückliche zu unterſtützen.“
„Ich brauche nichts,“ erwiedert mit halblauter Stimme der rleine Savoyarde, indem er die Börſe zurückſchiebt, die ihm Guſtav anbietet. Dieſer hat ein Gefühl, das er nicht zu erklären ver⸗ mag. Die Töne des armen Kleinen ſind ſanft wie Mädchentöne; ſie erklingen im Innerſten von Guſtav's Gemüth, der ſich in's Gevächtniß zu rufen ſucht, in welchem Zeitraum ſeines Lebens eine eben ſo ſanfte Stimme ſein Herz ſchon pochen machte.
Aber die Zeit vergeht und man darf Herrn Dubourg nicht warten laſſen.„Folge mir,“ ſagt Guſtav zum Commiſſionär,„ich habe Dich nöthig.“
Dieſer ſteht ſogleich auf und geht dicht hinter unſerem Helden her, der den Weg nach der Wittwenallee in den elyſäiſchen Feldern einſchlägt. Dort ſoll ſich Herr Dubourg einfinden. Guſtav erblickt ihn in der That, wie er auf der Straße ſpazieren geht. Er läßt ſeinen kleinen Gefährten etwa hundert Schritte von Herrn Dubourg anhalten und beſiehlt ihm, an dieſer Stelle zu warten, bis man ihn holt. Der Savoyarde thut, was man ihm ſagt, und Guſtav geht auf Herrn Dubourg zu.
„Ich bin in Verzweiflung, mein Herr, daß ich Sie habe warten laſſen.— Es macht nichts, mein Herr, ich bin ſo eben erſt angekommen. Haben Sie Piſtolen?— Ja Aber entfernen wir uns ein wenig, ich bitte Sie; es waͤre mir lieb, wenn dieſes Kind, das mir gefolgt iſt, uns nicht ſehen könnie. — Wie Sie wollen, mein Herr.“


