iſt es nicht daſſelbe: das Vergnügen ermüdet und die Fortdauer des Glücks langweilt ſie. Das Verlangen entflammt, der Genuß kühlt ſie, und die Wolluſt löst die durch die Liebe gebildeten⸗ Bande.
Was ſollte man alſo thun? nach der Lehre Plato's beiſam⸗ men leben?... O! alsdann würde die Liebe weit länger dauern; allein endlich würde ſie auch müde werden, zu warten. Ueberdies würde dieſe Art zu lieben für die Bevölkerung unheilbringend; dann iſt ſie auch weder in der Natur noch in dem Evangelium, weil man uns geſagt hat: Seid fruchtbar und mehret Euch!
Man muß daher die Sachen Fhiloſophiſch nehmen, wie ſie ſind, und beſonders in der Liebe iſt es gut, Philoſoph zu ſein. Will man ſich betrüben und verzweifeln, wenn eine Geliebte uns verläßt, wenn ein Geliebter untreu wird?... Erſtlich iſt es ein nebel ohne Heilmittel, und dann, warum wäre eine Untreue Be⸗ weis von Gleichgültigkeit? man kann einen Augenblick des Ver⸗ geſſens, der Schwäche haben man kann ſtraucheln!... Errare humanum est.
Wenn man ſich freiwillig das Geſtändniß ſeiner Schwächen
machte, alsdann würde das Vertrauen wieder die Liebe zurück⸗
bringen, Eiferſucht die Herzen weniger quälen und die Zwietracht aufhören, ihre Fackeln und Schlangen über den Sklaven der Liebe und Ehe zu ſchwingen.
Doch ich weiß nicht gerade, aus welchem Grunde ich all' dieſes geſagt habe, noch in welcher Beziehung dies mit der Liebe Guſtav's und der Frau von Berly ſtehen kann. Nehmen Sie daher an, Leſer, ich hätte nichts gefagt!
Guſv hatte durch die Gewalt der Liebe die Befürchtungen, Seufzer, Thränen und Gewiſſensbiſſe Juliens zum Schweigen ge⸗ bracht. Sie ſpielten alle Tage Billard; ſie ſpielten Morgens und Ahends und ich glaube ſogar in dem kleinen Gehölz, in der Grotte⸗
in dem Labyrinth.
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