Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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von außen geſehen zu werden; der Lehrer war zärtlich, liebens⸗ würdig, unternehmend; die zu empfindſame Schülerin fühlte, daß ihr Muth abnahm, und verweigerte die Fortſetzung des Unterrichts.

„Nun, ſie liebt mich nicht,“ ſagte Guſtav;„ganz gewiß, ſie iſt eine Kokette, die ſich nur über meine Qualen luſtig machen will; ich bin ein Narr, daß ich um ſie ſeufze! Doch es iſt aus, ich werde nicht mehr mit ihr ſprechen... ich will ſie ſogar nicht mehr anblicken.“

Nachdem Guſtav dieſen Entſchluß gefaßt hatte, wollte er ver⸗ ſuchen, Aurelien den Hof zu machen; aber die Aufgabe war gar zu peinlich. Die Tage ſind nicht mehr dieſelben: Frau von Berly, an ihre Stickerei feſtgebannt, geht nicht mehr aus dem Salon, und Abends ſieht ſie den Damenſpielen zu oder hört die unermüd⸗ liche Aurelie ſingen. Sie iſt traurig, träumeriſch, aber immer ſanft und gefällig für die, welche zu ihrem Gatten kommen; ſcheint jedoch die üble Laune Guſtav's, ſeine affektirte Zuvorfom⸗ menheit gegen die lange Nichte, ſeine Epigramme über die Ko⸗ ketterie der Weiber nicht zu bemerken. Der junge Mann wird ärgerlich; er weiß nicht mehr, was er thun ſoll; in ſeiner Ver⸗ zweiflung begleitet er Herrn von Berly auf die Jagd; hier ſchießt er auf die Hunde ſtatt auf die Haſen; ſah Elſtern für Schnepfen an und ein fettes Schwein für einen wilden Eber. Abends will er Brettſpielen, macht einen Bock um den andern, wirft die Würfel zu Boden und läßt den Becher fallen. Er will ſingen und hat keine Stimme mehr, er will Violin ſpielen, ſeine Hand zittert, er ſpielt falſch und kommt aus dem Takt; kurz, er weiß nicht mehr, was er thut!... Herr von Berly beſpöttelt ihn, Herr Desjardins lacht, Fräulein Aurelie macht große Augen; Julie ſeufzt.

„Wohlan,“ dachte Herr von Berly,„der junge Mann iſt raſend in meine Nichte verliebt!... ich hoffe, dies iſt ſicht⸗ Bar.