Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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Herr von Berly wollte Guſtav jeden Morgen mit auf die Jagd nehmen; dieſer aber, der ſich ſtellte, als ob er ſich am Knie verwundet hätte und leicht hinkte, hat bis jetzt die Geſell⸗ ſchaft ſeines Wirths vermieden. Der Brief des Oberſten Morauval hatte dem Herrn von Berly großes Vergnügen gemacht, der, in

der Liebe und Galanterie ſehr wenig Kenner, überzeugt war,

Guſtav verehre ſeine Nichte; er ſelbſt maß dieſer Leidenſchaft und dem Wunſche, bei Aurelien zu bleiben, die Weigerung des jungen Mannes bei, ihn auch in Verfolgung der Haſen zu begleiten.

Drei Tage nach Guſtav war bei Herrn von Berly ein gewiſſer Desjardins angelangt. Er war ein großer, trockener Fünfziger, großer Eſſer, großer Spieler und großer Lügner. Da er nur ein geringes Einkommen hatte, ſo wußte er immer Mittel zu finden, ſeine Renten nicht anzutaſten, indem er bhe⸗ ſtändig bei Andern lebte. Er hatte die einem Schmarotzer noth⸗ wendigen Eigenſchaften: er war gefällig, einſchmeichleriſch und ſchmähſüchtig, wenn es ſeinen Bewirthern angenehm war. Er verſtand Etwas von Allem: er ſpielte Violine, um allenfalls eine Sonate von Pleyel accompagniren zu können; er zeichnete ordentlich und machte Silhouetten; er tanzte, wenn es nöthig war, und ſpielte alle Spiele. Jeden Abend ſetzte er ſich mit Herrn von Berly an das Damenſpiel, wo er während des Spielens immer einen Augenblick fand, Complimente an Frau von Berly zu richten, an Fräulein Aurelien Lobeserhebungen über ihre Art zu ſingen, die Katze zu ſtreicheln und den Hund zu hätſcheln.

Seit vierzehn Tagen war Guſtav bei Frau von Berly, wurde immer verliebter, konnte aber nichts von Julien erlangen. Er hatte ihr das Geſtändniß ſeiner Liebe gemacht, das man ſcherzend anhörte; man wünſchte wohl zu gefallen, aber man wollte ſeine Pflichten nicht verletzen! Der Unterricht im Billard währte indeß fort und wurde ſehr gefährlich! Man war dabei immer allein, die dichten Hagenbuchen, welche den Ort umgaben, hinderten,