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die Jagd liebt! man iſt den ganzen Tag allein bei ihr.„Ach, mein lieber Oheim,“ ſprach Guſtav bei ſich ſelbſt,„wie liebens⸗ würdig ſind Sie, mich hieher geſchickt zu haben, der Frau von Berly Geſellſchaft zu leiſten!“
Um den Oberſt Moranval beſſer zu täuſchen, ſchrieb er ihm, daß es ihm ſehr bei Frau von Berly gefalle; daß hier Jedermann liebenswürdig ſei, und daß er ſo lange dableibe, als man ihn behalten wolle.
Obwohl er ſich in Betreff Aureliens nicht erklärt hatte, ent⸗ zückte ſein Brief den Obriſten doch, der nun nicht mehr an der Liebe ſeines Neffen für die ihm beſtimmte Schöne zweifelte. Ueber Guſtav beruhigt, der geneigt ſchien, ſeinen Willen zu thun, ſchrieb der Oberſt Herrn von Berly einen Brief, in welchem er ihm be⸗ merkte, daß Alles nach ihren Wünſchen gehe, und zugleich ſchickte er ſeinem Neffen als Belohnung eine neue Gelbſumme.
Während dieſe Correſpondenz geführt wurde, rückte der Neſſe in ſeinen Angelegenheiten vor. Julie(dies iſt der Name der Frau von Berly) konnte ſich nicht entſchlagen, Guſtav ſehr liebens⸗ würdig zu finden. Auf dem Lande verbannt man den kalten und ge⸗ ſuchten Ton der Stadt: das Zutrauen findet leichter Platz; im Ge⸗ ſpräch vernahm unſer junger Mann bold, daß Julie von ſtrengen Eltern, die nicht einmal ihren Geſchmack zu befragen der Mühe werth fanden, verheirathet worden ſei und ihren Zukünftigen erſt in dem Augenblicke der Unterzeichnung des Ehe⸗Vertrags geſehen habe. In Wahrheit, man beklagte ſich nicht über Herrn von Berly, der gefällig war und ſeiner Frau die freie Wahl ließ, zu thun, was ſie liebte; konnte aber Liebe aus einer ſo wenig angemeſſenen Verbindung entſtehen? Herr von Berly hatte mehr, als das doppelte Alter ſeiner Frau; er war einfältig und ſchwatzhaft: Julie zärtlich, geiſtreich, gefühlvoll; er war häßlich, ſie reizend; er nannte die Nothdurft ſeiner Sinne Liebe: Julie hatte ein dazu geſchaffenes Gemüth, die ganze Zartheit dieſes Gefühls zu kennen; aufrichtig,


