„
27
hat aber Herr Saint⸗Réal immer ſolche Augen! und dann iſt dieſer junge Mann erſt geſtern angekommen, und man ſcheint ſchon Verſuche zu befürchten... Gehen wir, gerade deßwegen muß man ihn in's Labyrinth führen.
Glauben Sie nicht, Leſer, daß dort Dinge vorgegangen ſind, die ich Ihnen nicht zu erzählen wage! Nein, man erging ſich; dies iſt Alles. Guſtav ergriff eine Hand, die er küſſen wollte. welche man ihm aber ſehr ſchnell wieder entzog; er that, als ver⸗ irrte er, aber man brachte ihn immer wieder auf den guten Weg zurück, und er mußte ganz ſo verliebt, aber nicht weiter vorge⸗ rückt, wieder aus dem Labyrinth herausgehen.
„Ei,“ rief Frau von Berly aus,„ich hätte beinahe ver⸗ geſſen, Ihnen unſer Billardzimmer zu zeigen. Da wir hier nur die ſchöne Jahreszeit zubringen, ſo ſpielen wir im Garten.“
Dieſes Zimmer war neben dem Salon zu ebener Erde; nur. einige Bäume trennten ihn von dem letztern. Von Hagenbuchen, Gaisblatt und Lilas umgeben, erhielt der Saal nur von oben ſeine Helle. Er war innen mit reizenden Staudengewächſen ge⸗ ziert; ringsherum angebrachte Raſenbänke ſchienen von der Natur gebildete Bosquete zu ſein.
„Wie köſtlich dieſer Ort iſt!“ rief Guſtav aus.—„Spielen Sie Billard, mein Herr?— Ja, Madame.— In dieſem Fall hoffe ich auf Ihre Gefälligkeit, es mich zu lehren. Mein Gatte ſpielt es ſehr wenig;... er hängt nur an ſeinem Damenziehen! Ueberdies hat ein Ehegemahl ſo ſelten die Geduld, ſeine Frau etwas zu lehren!...— Madame, ich wäre entzückt, Ihnen an⸗ genehm ſein zu können; wenn Sie wollen, können wir anfangen...
— Nein, es iſt jetzt zu ſpät; bedenken Sie doch, daß man uns
beim Frühſtück. erwartet. Dieſen Abend werde ich Sie an Ihr Verſprechen erinnern.“
Man verließ den Billardſaal und kehrte in das du müc Wie ſüß iſt es doch, bei einer ſchönen Frau zu ſein, deren Mann


