Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

begegnen. Ach, Madame, kann ich nicht.. Mein Mann iſt auf die Jagd. Er wollte Sie aufwecken, um Sie mitzunehmen; allein ich habe ihm bemerklich gemacht, daß er Sie wenigſtens heute in Ruhe laſſen müſſe. Ich habe Sie vielleicht um ein Vergnügen gebracht?... Ach! Sie glauben dies nicht, Madame!. kann ich Vergnügen finden, wo Sie nicht ſind!...

In Wahrheit, Herr Saint⸗Réal, Sie ſind von einer Galan⸗

terie... Nein, Madame, ich bin nicht galant!... ich ſage, was ich fühle! Welche Tollheit!... aber Sie irren ſich; meiner Nichte müſſen Sie Ihre Huldigungen darbringen; bedenken Sie doch, daß Sie ſie heirathen ſollen. Sie heirathen? nie, Madame!... Wie! Sie wollen die Abſichten Ihres Oheims nicht erfüllen? Nein, Madame, ich werde ein Frauenzimmer nicht heirathen, das ich nie lieben kann!... Wie wiſſen Sie dies? vielleicht werden Sie, wenn Sie Aurelien beſſer kennen, die Sie jetzt nur unvollkommen zu beurtheilen vermögen, vielleicht werden Sie dann Ihre Geſinnungen ändern; die Nichte des Herrn von Berly hat Eigenſchaften, Tugenden... Es ſcheint mir, Madame, Sie wollen, daß ich ſie anbete. Aber, mein Herr, ich muß es; dieſe Verbindung würde einen Oheim, der Sie liebt, beglücken.. Und mein Glück, Madame, rechnen Sie dieſes für nichts? Und Sie ſelbſt, Herr Saint⸗Réal, in was haben Sie es bis jetzt geſetzt? wenn ich Alles glauben ſoll, was man von Ihnen ſagt, ſo iſt die Unbeſtändigkeit Ihr Glück!.. die Verführung, die Treuloſigkeit ſind Ihre ſüßeſten Zeitvertreibe.. Ach, Madame! Ich weiß wohl, daß die Männer alle flatterhaft ſind, daß beſonders die jungen nur die Veränderung lieben! Ich bin von allen dieſen Tollheiten zurückgekommen Sie ſind gebeſſert... mit zwanzig Jahren? Aber Sie ſelbſt, Madame, die Sie mir ſo gut predigen, haben dieſes Alter noch nicht 2... Ich, mein Herr, dies iſt ein Unterſchied, ich muß geſetzt ſein; ich bin verheirathet. Ach! ja Madame