Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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betrachtet hatte,wären Sie zufällig der junge Mann, den wir erwarten, Herr Guſtav Saint⸗Réal? Ich bin es ſelbſt, mein Fräulein; und ich ſehe in Ihnen Fräulein Aurelie, die Tochter des Herrn von Berly?... Nein, mein Herr, ich bin die

Gattin des Herrn von Berly. Seine Gattin!.. Wie! Herr

von Berly iſt vermählt, und Sie ſind... Seine Frau; ja, mein Herr!

Guſtav konnte ſich nicht faſſen: er wußte nicht, daß Herr von Berly verheirathet war, und an eine Frau verheirathet, die noch nicht zwanzig Jahre zählte! Dieſe ſchöne Perſon war alſo die Tante von Fräulein Aurelie? Wie konnte eine Nichte neben einer Tante wie Frau von Berly gefallen?Wohlan, ſagte Guſtav zu ſich ſelbſt,warten wir, noch ehe wir uns ausſprechen; dieſes Haus ſcheint mir der Aufenthalt der Grazien; ich werde ohne Zweifel ein anderes Wunder ſehen.

Frau von Berly machte Guſtav den Vorſchlag, ihn zu ihrem Gemahl zu führen, der ſeiner Ankunft mit Ungeduld entgegen⸗ ſehe.Er wird, ſprach ſie,entzückt ſein, Sie zu ſehen ebenſo wie meine Nichte, Fräulein Aurelie.

Dieſe letzten Worte wurden lächelnd ausgeſprochen; man blickte Guſtav an, und dieſer ſuchte gleichfalls in den Angen ſeiner liebenswürdigen Führerin zu leſen; ſo legte man eine kleine Strecke zurück; man ſchien vertieft, man blickte einander an, ſeufzte und ſchwieg. Die Worte:Hier iſt mein Gatte, er⸗ weckten Guſtav aus ſeinen Gedanken.Wir wollen doch dieſen Gatten ſehen, ſagte er bei ſich ſelbſt,dieſen glücklichen Sterb⸗ lichen, den Beſitzer ſo vieler Reize!.. Wahrlich! er muß viele Verdienſte, viel Geiſt, viele natürliche Vortheile haben, um eine ſo liebenswürdige Frau feſſeln zu können!

Guſtav ſchlug die Augen auf und befand ſich einem kleinen Manne von fünfzig Jahren gegenüber, der dick, roth, blatter⸗

Paul de Kock. X. 2