— Vorwärts, ich ſehe wohl, daß ch ich erblicke ein Haus von Berly ſein.
Nichte geſehen zu haben!.. Du zu nichts zu gebrauchen biſt. Do ſchönem Aeußern; es muß das des Herrn von vorwärts!“ 3 Die Reiſenden waren in der That an ihrem Ziele angelangt. 3 Guſtav erkundigt ſich bei einem Bauern, und als er hört, daß er 1 ſich nicht getäuſcht habe, tritt er mit Benvit in einen großen Hof ein und fragt nach Herrn von Berly. Der Pförtner ladet ihn ein, ſich in die Gartenanlagen zu begeben, wo er ſeinen Herrn finden werde, wenn er nicht vorziehe, ihn im Salon zu erwarten. Guſtav, ungeduldig, ſeinen Gaſtfreund kennen zu lernen, zieht die erſtere Partie vor; er läßt Benoit, den er dem Pförtner em⸗ pfiehlt, zurück, und tritt, über eine Terraſſe hinſchreitend, in den Garten. Unſer junger Mann vurchſtreift mehrere Alleen von Lilas und Jelängerjelieber; er bewundert die gute Anlage des Gartens und den Geſchmack, der ſeine Eintheilung angeordnet; dichtbelaubte Luſthaine, deren Eingang durch Roſenbüſche faſt verdeckt iſt, ſcheinen zur Ruhe oder zur Liebe einzuladen. Bildſäulen zieren dieſe lieblichen Orte; aber es ſind nicht die traurigen Danaiden, der unglückliche Tantalus, der abſcheuliche Polyphem, der häßliche Centaur, der zurückſtoßende Philoetet, die ſich den Blicken der Spaziergänger darboten; es ſind Venus, ihren Gürtel löſend, Amor ſeine Pfeile ſchärfend, die Grazien, um Cupido herum ſchäkernd; und wenn euch im Hintergrund einer Grotte ein Vulkan in die Augen fällt, ſo bringt das Bild des armen Hinkenden nichts Trauriges in eure Einbildungskraft.
Guſtav bewunderte Alles und dachte, daß der Herr des Hauſes ein Mann von Geiſt und Geſchmack ſein müſſe, als er an der Wendung einer Allee, unter einem Bonquet ſitzend, ein junges Frauenzimmer erblickte, das mit Leſen beſchäftigt war Nicht zweifelnd, daß es die Nichte des Herrn von Berly, die für


