das Gut des Herrn von Berly nicht weit entfernt war. Je näher er indeſſen kam, um ſo neugieriger ward er, dieſen Herrn von Berly und ſeine Nichte kennen zu lernen. Er erinnerte ſich nicht, ſie bei ſeinem Oheim geſehen zu haben, was aber nichts Außer⸗ ordentliches war: er hatte die Gewohnheit, immer auswärts zu ſein, und befand ſich, um den Sittenpredigten des Obriſten Moranval zu entgehen, ſelten mit ihm in Geſellſchaft.
Guſtav fiel bei, daß ſein neuer Diener Benvit, als Sohn des Portier ſeines Hauſes und zuweilen mit der Bedienung bei Tafel beauftragt, über die Perſon, zu der er ſich begab, vielleicht Auskunft geben könne; er entſchloß ſich daher, Benoit zu befragen.
Der neue Jockey Guſtav's war ein Bengel von achtzehn Jahren, lang wie eine Hopfenſtange, ſtark wie ein Türke, friſch wie eine Roſe, roth wie eine Kirſche, linkiſch wie ein Landmädchen, dumm wie ein Eſel, und eigenſinnig wie es die letztern gewöhn⸗ lich ſind.
Guſtav brach in ein unmäßiges Lachen aus, als er Benoit anblickte, den er, ſeit ſte auf dem Wege waren, vergeſſen hatte. Die Haltung des Jockey war wohl geeignet, Heiterkeit hervorzu⸗ rufen. Benvit war noch nie auf einem Pferde geſeſſen; da er aber nicht gewagt, dies vor dem Oberſt Moranval, den er wie vas Feuer fürchtete, zu ſagen, ſo hatte er tapfer ſeine Partie er⸗ griffen und ſich auf's kleinſte Pferd geworfen, auf dem er ſich ſo ſteif hielt wie ein Pflock, und ſo ernſthaft wie ein Schweizer.
Guſtav hält ſein Pferd an, damit Benvit zu ihm ſtoßen kann; aber der neue Reitknecht, der ſich von ſeinem Papa eine ausführliche Belehrung über die Pflichten eines Dieners gegen ſeinen Herrn hatte geben laſſen, und der geſchworen hatte, nie davon abzuweichen, behielt es wohl im Gedächtniß, daß er immer in ehrfurchtsvoller Entfernung von Herrn Guſtav bleiben müſſe. Feſt in ſeinen Prinzipien, hält er an, ſowie er ſeinen Herrn an⸗ halten ſieht.


