Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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beſſer, ſo wirſt Du ihm keine Intriguen auszuſpinnen geben. Nun geh' und thue, was ich Dir ſage. Guſtav umarmt ſeinen Oheim, beſteigt den Schimmel und

reist, von Benvit begleitet, nach dem Landgut des Herrn von Berly ab.

Drittes Rapitel. Tante und Nichte.

Indem Guſtav La Villette, Le Bourget und Vauderland durcheilte, ein Weg, der, im Vorbeigehen geſagt, dem Reiſenden nichts ſehr Erquickendes darbietet, ſtellte er ſeine Betrachtungen an: er dachte, daß man vor dem Heirathen einander doch auch gehörig kennen, für einander paſſend ſein müßte(für einen ſo gedankenloſen Menſchen war dieſe Betrachtung ſehr klug). Er war feſt entſchloſſen, Fräukein Aurelie nur in dem Fall zu nehmen, daß ſie eine ſchöne, liebenswürdige, ſanfte, beſcheidene, gefühl⸗ volle und beſtändige Frau wäre, kurz, eine Frau, wie er noch keine getroffen hatte: und Guſtav hatte bei ſeinen zwanzig Jahren ſchon die Erfahrung eines gereiften Mannes, und zwar aus dem Grunde, weil er ſeine Streiche frühzeitig anfing, was ſeine gute und ſeine böſe Seite hat; ſeine gute, weil es einige Kenntniß des weiblichen Herzens gibt, ſeine böſe, weil man glaubt, es gründlich zu kennen und öfters nur noch ärger betrogen wird, wenn man glaubt, nicht mehr betrogen werden zu können.

Guſtav hatte einen unerſchöpflichen Heiterkeitsquell, und wenn dabei ſein Beutel wohlgeſpickt war, ſah er Alles roſenfarbig. In dieſer glücklichen Gemüthsſtimmung kam unſer Held(denn Sie errathen, Leſer, daß Herr Guſtav der Bruder Liederlich iſt, mit

dem wir uns beſchäftigen werden): unſer Held alſo, fage ich,*

kam über Lonvres hinaus und wendete ſich gegen Senlis, von wo