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men! und was noch ſchlimmer iſt, Sie machen Schulden. Laſſe ich Sie auf meinem Landgut, ſo verwüſten Sie meinen Garten, bringen meine Kaninchen um, verwunden meine Jagd⸗ hunde, prügeln ſich mit den Bauern herum und machen ihren Weibern Kinder. Was Teufels, mein Herr, dies Alles muß auf⸗ hören! Sie wollen nicht in das Militär treten, ich begreife dies, Sie wiſſen nicht zu gehorchen, und ich beſtehe deßhalb nicht darauf, denn ich müßte fürchten, Sie nach einiger Zeit zum Er⸗ ſchießen verurtheilt zu ſehen, weil Sie ſich gegen Ihre Obern verfehlt hätten. Zudem ſind wir im Frieden, und es iſt nicht
1 nothwendig, daß Sie Ihre Jugend in einer Garniſon zubringen. Doch kurz, Sie ſind zwanzig Jahre alt, ich fange an, alt zu . 3 werden; die Beſchäftigung, welche Sie mir geben, iſt zu ermü⸗ dend, und ich möchte gerne ausruhen. Allein ich will Sie zwin⸗ gen, geſetzt zu werden, und deßhalb, mein Herr, will ich Sie
verheirathen.— Mich verheirathen, mein Onkel!— Ja, Guſtav, 1 in, Sie verheirathen.— Und dies, um mich geſetzt zu machen? ₰— Würden Sie ſich nicht mit Ihrer Frau begnügen können?— Je nachdem, mein Oheim; erſtlich muß ſie mir gefallen, und dann müßte ich ſie lieben.— Halten Sie mich für einen Dummkopf, mein Neffe? Glauben Sie, daß ich nicht an all dies gedacht hätte?... Das Frauenzimmer wird Ihnen gefallen, weil ſie reizend iſt; Sie werden ihr gefallen, weil ein wohlerzogenes Mädchen den Gatten liebt, den man ihr beſtimmt, weil Sie überdies ein hübſcher Junge ſind und die Frauen im Allgemeinen nur zu viel Neigung zu den liederlichen Subiekten haben. Kurz, dieſe Heirath Wird mir großes Vergnügen machen, und ich hoffe, daß Sie dies auch in Rechnung bringen.— Ach, mein Onfel! mein größtes Vergnügen iſt, Ihnen meine Anhänglichkeit zu be⸗ weiſen.— In dieſem Falle, Guſtav, reiſeſt du auf das Land⸗ gut des Herrn von Verly ab, das acht Stunden von hier zwiſchen Lonvres und Senlis liegt. Dort wirſt Du ſeine Nichte, die junge


