Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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liebten Ihre Mutter, dies iſt ganz natürlich; Sie beweinten ſie, und damit thaten Sie nur Ihre Schuldigkeit. Als Hortenſta ſtarb, empfahl ſie mir ihren Sohn; ich habe geſchworen, über Sie zu wachen, und Gott weiß auch all das Leid, das Sie mir ſeit dieſem Augenblicke zugefügt haben! Ich habe Sie in eine Penſion gethan, Sie waren damals zwölf Jahre alt: einige Jahre hindurch ſind Sie ziemlich vernünftig geweſen. Man ſchrieb mir, daß Sie reißende Fortſchritte machen; ich war darüber ent⸗ zuckt... Endlich begebe ich mich nach Paris.. Sie hatten ſo eben das ſechzehnte Jahr erreicht. Ich gehe in Ihr Collegium und freue mich ungemein darauf, meinen lieben Neffen zu ſehen!... ich frage nach Guſtav Saint⸗Réal?.. die Geſichter verlängern ſich, die Geſichtszüge werden finſterer... man zaudert man ſtottert... ich werde ungeduldig, ſchreie, gerathe in Zorn... endlich ſagt man mir, mein Schlingel ſei ſeit acht Tagen mit einer kleinen Demviſelle von fünfzehn Jahren, Feinwäſcherin der Herren Zöglinge, und ihrer Penſion gegenüber wohnend, ver⸗ ſchwunden. Ach, mein Oheim! iſt es mein Fehler, wenn die Liebe... Tauſend Patronen, mein Herr! eine Entführung mit ſechzehn Jahren!... Liſe war ſo hübſch!. ſo ſchelmiſch!... Und Sie ſo liederlich!... Endlich habe ich den Herrn Guſtav und ſeine Dulzinea in einer kleinen Kammer des vierten Stocks in der Straße du Fauconnier ausgenommen. Die kleine Perſon brachte ich zu ihrer Mutter zurück. ich weiß freilich nicht ge⸗ rade in welchem Zuſtande!... allein dies geht die Eltern an, welche ihre Tochter nicht zu bewahren gewußt. Sie ſelbſt haben mich ſeit dieſer Zeit keinen Angenblick zu Athem kommen laſſen.. Ach, mein Oheim!.. wegen einiger Jugendſtreiche Laſſe ich Sie in der Stadt, laufen Sie den Tanzplätzen nach, knüpfen Bekanntſchaften mit andern liederlichen Leuten an, brin⸗ gen ſolche in mein Haus, trinken meinen beſten Wein, teiten meine Pferde zu Schanden!... reißen mein Cabriolet zuſam⸗