Teil eines Werkes 
1. Theil (1837)
Entstehung
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vokat, welches Geſchäft er ehrenvoll ausübte, einen Namen er⸗ worben! doch der Tod entriß ihn unerwartet ſeiner Gattin und ſeinen Freunden!.. Sie waren damals noch zu jung, um dieſen Verluſt zu würdigen; Sie können ſich dieſes lieben Saint⸗ Réal nicht erinnern!.. Wenigſtens, mein Oheim, werde ich immer ſein Andenken zu lieben und zu verehren wiſſen. Wenn Sie es verehrten, mein Herr, ſo würden Sie nicht ſo viele Dumm⸗ heiten machen!... Aber kommen wir auf unſern Gegenſtand zu⸗ rück! ich habe einen Theil meines Lebens bei der Armee zuge⸗ bracht. Wenn ich auf meinen ſeltenen Reiſen nach Paris meine Schweſter beſuchte, nahmen Sie meinen Degen und legten ihn an die Stelle des Bratenwenders; mein Federbuſch ward der Katze zur Beute, meine Epauletten hatten keine Quaſten mehr, und an meinen Piſtolen fand ich ſtatt der Steine Käſe von Gruyer, und auf der Zündpfanne Aſche ſtatt des Pulvers. Alles dies waren nur Kleinigkeiten; allein ich bemerkte auch, daß Sie nichts lernten. Ihre Mutter hatte Ihnen Lehrer gegeben, auf welche Sie nicht hörten; Sie tanzten mit Ihrem Lehrer der lateiniſchen Sprache und der Geſchichte; Ihrem Muſiklehrer warfen Sie brennende Schwärmer unter die Naſe; Ihrem Zeichenmeiſter ſteck⸗ ten Sie Lichtſtümpchen in die Taſche; kurz, Sie waren ein Teufel! Ich ſagte zu meiner Schweſter, ſie ſolle Sie züchti⸗ gen, aber ſte glaubte, die Zeit werde von ſelbſt Ihren Verſtand zur Reife bringen... Arme Hortenſia!. Sie fand Sie reizend! Ach, mein Onkel! alle Damen waren der Anſicht meiner Mutter! So, deßhalb alſo lieben Sie ſie alle zuſam⸗ men? Aus Dankbarkeit, mein Oheim... Geſchieht es auch aus Dankbarkeit, daß Sie dieſelben betrügen? daß Sie

junge Mädchen verführen, ehrbare Franen leichtſinnig und die

Ehemänner zu Hahnreien machen?. Doch wir wollen fort⸗ fahren Ihre Mutter... meine arme Schweſter, iſt geſtorben.. Dieſer Verluſt hat Sie lebhaft betrübt!.. ich gebe es zu; Sie