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— So Gott will, nicht Ihres Maunes Tochter, ſagte Friſchmuth. Ich kenne diee Vorurtheile, der Mann gilt Nichts, der Stand Alles, ihm bringt man ein jedes Opfer. Dem reichen Wüſtling über⸗ liefert man Herz Geſundheit und Leben des zarten Mädchens, die zarteſten Keime des jungfräulichen Weſens erſticken in den Armen eines ſittenloſen Menſchen, der ſeine Untugenden mit ſei⸗ nem Wappenſchilde bedeckt. Und das nennt man Sitte! O, wir aus dem Volke denken anders, bei uns knüpft das Herz die Bande, und die Treue befeſtigt ſie. Das ſind die Ehen, die das Gedeihen der Nachkommenſchaft, das Wohl des Staates begrün⸗ den, aus ihnen allein kann Segen entſpringen.
Gabriele ging zu ihrem Gemahl.
— Um Gotteswillen, ſagte ſie, welches von den Mädchen iſt Alice?
— Das darf ich nur dem Herzog von Montalto ſagen, erwiederte der.
Sie war niedergeſchlagen. Friſchmuth hatte ihr ſo viel Gutes gethan, und ſollte ſie ihm jetzt den einzigen Wunſch ver⸗ ſagen, den er hatte? Dennoch ſah ſie ein, daß den Vorurthei⸗ len der Welt gegenüber die Herzogin von Montalto unmöglich einen Arbeiter zum Schwiegerſohne haben konnte, und Iduna ſaß in ſtummer Verzweiflung da, was ſollte ſie ſagen, wie den Mann zurückweiſen, dem ſie ſchon einmal ſo bitteres Unrecht ge⸗ than hatte? Reinhold hörte nicht auf, für ihn zu ſprechen.
— Es iſt meine Abſicht, ſagte er, mich in den neuerworbe⸗ nen Provinzen anzukaufen, das Elſaß bietet dem Landmann den fruchtbarſten Boden dar, dort denke ich mir einen hübſchen
Grundbeſitz zu erwerben und mir von Friſchmuth landwirthſchaft⸗
liche Maſchinen bauen zu laſſen. Was ich damit verdiene, theile ich gerne mit ihm, Sie ſehen alſo, daß Betth's Loos an ſeiner Seite geſichert iſt.
— Aber ſie ſelber wird nicht einwilligen, antwortete Iduna, der die Weigerung des Mädchens die letzte Zuflucht war.
— Sie irren, Frau Herzogin, ſagte Betty, indem ſie hinter der Gardine vortrat, dieſem Manne gebe ich mit vollem Vet⸗
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