Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Hier aber gab es doch einen Angenblick der Gefahr. Sie mußten an den Forts vorbei, die keinen Augenblick aufhörten, ihr Feuer auszuſpeien. O, wie viel ärger hätten ſie getobt, w enn ſie gewußt hätten, was dieſe ſo ein ach ausſehenden Leute mit ſich führten! Es war die deutſche Kaiſerkrone, es war des Vaterlan es Einigkeit und Glück, zu deſſen Träger ſie ſich ge⸗ macht hatten. Doch kamen ſie ungefährdet in Verſailles an und meldeten ſich ſogleich bei Seiner Majeſtät dem König Wilhelm und bei dem Kanzler des deutſchen Bundes.

Der König wohnle nicht in dem prächtigen Schloſſe von Verſales, er hatte in dem Hauſe der Präfektur einige zwar be⸗ queme, doch keineswegs verſchwenderiſch eingerichtete Zimmer be⸗ zogen. Satt deſſen aber war das ganze untere Stockwerk des Schloſſes für die Vrwundeten eingerichtet, einige Aerzte und Krankenpflegerinnen wohnten da, und einige Militairbeamten hatten ihre Bureux dort aufgeſchlagen. Die oberen Prunkge⸗ mächer ſtanden aber leer und unbenutzt

Der König, welcher ſich mitten unter ſeinen Soldaten befand, konnte unmögli) die Deputation empfangen, ohne daß es von Mund zu Mund gegangen wäre, daß Berliner Herren ſoeben an⸗ gek mmen ſeien, und daß ſie ſicherlich Großes brächten. Selten nrverirrte ſich ein Zeitungsblatt bis zu den Soldaten, ſie wußten nur wenig von der Heimat und ihren Verhältniſſen, und um ſo lebhafter war das Intereſſe an Allem, waz das Vaterland betraf, für deſſen Glück ſie ſo blutig ſtritten.

Da war es denn ein doppelt erhebender Augenblick, als plötzlich die Kunde ſich verbreitete: Deutſchland's Einigke t iſt feſt begründet, Deutſchland iſt wieder ein Kriſerreich, wie unter F iedrich Rothbart, aller Hader, alle Zwietracht iſt für immer be⸗ graben, und innig ſchließen ſich Norden und Süden aneinander zu einem großen herrlichen Staatenbunde. Das zuckte dur)) alle Adern. Wer konnte, lief nach Verſailles, um die Deputation zu ſe en. Da erblickte man den Grafen Bismarck, auf deſſen Geſicht ſich hohe Befriedigung malte, da ſah man den Kronprinzen in vertraulichem Geſpräche mit dem Präſidenten des Reichstages, da