Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Dem jungen und für alles Edle und Schöne hochbegeiſterten König Ludwig dem Zreiten von Bayern ſchwebte zuerſt der

Gedanke vor der Seele, das deutſche Kaiſerreich wieder auferſtehen

zu ſehen, wie es zur Zeit der Ho enſtau en ſo groß und herrlich

geweſen war. Die Sage Ling, daß der alte Friedrich Rothbart,

der im Fluſſe Saleph ertrank, als er in das gelobte Land zog.

um das Grab des Herrn von der Entweihung durch die Türten

zu erritten, nicht tedt war, ſondern im Kyffhäuſer ſaß, wo ihm

der Bart lang durch den ſteinernen Tiſch gewachſen war. Nicht

eher ſollte er von ſeinem langen Schlaf erwachen, als lis

Deutſchla d einig und frei geworden ſei. Dieſe Zeit war ge⸗

kommen, Friedrich Rochlarts Reich, das Reich der Hohenſtaufen,

war neuerſtanden durch das Lohenz llern ſche Königshaus, und ſämmtliche Fürſten Deutſchlands nebſt den drei freien Städten vereinigten ſich, das Reich zu proklamiren.

Der hochherzige König von Bayern bat ſie ſämmtlich dazu um ihre Zuſtimmung, und es war kein Einziger, der nur den leiſeſten Widerſpruch erhoben hätte. Da wurde denn beſchloſſen, dem greiſen König Wilhelm unverzüglich die deutſche Kaiſerkrone anzubieten. Der norddeutſche Reichstag aber hatte auch noch ein Wort mit hin inzureden, denn der neue Staatenbund machte manche Verä derungen der Berf ſſung no hwendig. Doch auch hier begrüßte man den glückl chen Gedanken des Königs Ludwig mit gro)em Jubel, und eine D putation dieſer Verſammlung wurde nach Verſailles geſchickt. Der Präſident des norddeutſchen Reichstages, Simſon, ſtand an der Spize dieſer Deputation, we che trotz der kriegeriſchen Verhältniſſe ohne Gefährdung durch Frankreich reiſte. Die mei en Eiſenbahnen beſanden ſich ſchon in dem Beſitze der Sieger, und wo ein Ueberfall der Franklreurs zu befürchten ſtand, da beeilten ſich die Kommandanten der deutſchen Armeekorps, den Herren ein ſicheres Geleit zu geben. die aus ihrem Auftrag kein Hehl zu machen brauchten

Ueberall, wo deutſche Herzen ſchlugen, empfing man die Bo⸗ ten ſolch einer Glückverheißung wie mit offenen Armen, und die freudige Stimmung vermehrte ſich, je näher ſie Paris kamen.