Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
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Rings um Paris herum leuchteten die feſtlich geputzten Chriſtbäume, die größten und ſchönſten bei dem Kronprinzen von Preußen, der alle höheren Offiziere, die vom Dienſte abkommen konnten, bei ſich verſammelte, weil er ja nicht daheim ſein konnte. Dazu waren in Verſailles alle Läden offen, man konnte für Geld Alles haben, und ſo beſchenkten ſich die Freunde unter⸗ einander, und tauſend kleine Scherze erfreuten die tapferen Streiter, und tauſend Neckereien gaben Anlaß zur Heiterkeit und Luſt.

Ein paar Ausfallgefechte, welche die Franzoſen in dieſer Zeit riskirten, erhöhten nur noch die gute Stimmung, denn jedes Mal blieben unſere Truppen Sieger. Dazu hatten auch die Bewohner der nächſten Umgebung Vertrauen zu ihnen gefaßt. ſie waren aus den Verſtecken hervor wieder an das Tageslicht gekommen und fürchteten nichts mehr, weil ſie ſahen, daß die Deutſchen alles, was ſie gebrauchten, baar bezahlten und ſtete beſcheiden in ihren Anſprüchen waren, ja in ihrer Gutherzigkeit oft noch die verarmten Franzoſen unterſtützten.

Das frohe Feſt erneuerte ſich zum neuen Jahre. In ganz. Frankreich iſt es Sitte, ſich nicht zu Weihnachten, ſondern zu Neujahr zu beſchenken, und da brachte manche Miethstochter mit verſchämten Wangen der Eingquartierung eine Kleinigkeit und wäre es nur ein Backwerk geweſen, und die Soldaten ſchenkten

wieder den Kindern Räſchereien und den Erwachſenen, ſoweit

die Kaſſe reichte etwas Nützliches. Die Photographen in Ver⸗ ſailles und den andern Orten machten in dieſer Zeit gute Ge⸗

ſchäfte, denn Mancher wollte ſein Bild zum Andenken in Frank⸗

reih laſſen, die Anderen wünſchten es von da aus den Lieben in die Heimat zu ſchicken.

Und nun kam nach ſo frohen Tagen die höchſte Freude, ein Sieg, der es der franzöſiſchen Loire⸗Armee für immer un⸗ möglich machte, zur Befreiung von Paris herbeizueilen. Obgleich nun von und nach Paris faſt täglich Luftballons oder Tauben ſlogen, ſo hielt man es in dem deutſchen Hauptquartier doch für möglich, daß die Nachrichten von den Riederlagen des Generals

Chanzy dort noch nicht bekannt ſeien, und Graf Moltke meldete

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