Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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verdrehten Augen, dadurch eben wollte ſie die armen Leute zu⸗ traulich machen, um ſie ſpäter nur um deſto ſicherer den Deutſchen zu überliefern

Aber das wäre ja ſchändlich! rief eine Frau.

Das meine ich auch, liebe Frau Godard, nickte ihr der Pater zu. Wir leben in ſo traurigen Zeiten, da iſt es doppelt Sünde, wenn nicht Alle in Liebe und Eintracht zuſammenhalten. Sie, Frau Godard haben ſo viel Leiden kennen gelernt, ich weiß es ja, Ihr Sohn war ein Taugenichts, er mag wohl ſchon todt ſein?

Ich weiß nichts von dem Franz, murrte die Mutter.

Und Ihr alter Schwiegervater, diente er nicht bei dem Frjulein von Undentino?

Ein ſchönes Fräulein das! rief das Weib mit Gelächter, lebte mit dem Herzog von Montalto, meinem früheren Liebſten, es iſt ihr ſchon ganz recht, daß ſie ein elendes Ende fand.

Euer Schwiegervater hatte Euer Töchterchen zu ſich ge⸗ nommen, nicht wahr?

Ja, und als das Fräulein von Montalto todt an ihrem Kamin gefunden wurde da dachte der alte Natr, ſie könnten ihn in Verdacht haben und jief davon mitſammt meiner Kleinen. Nun, ich hatte meinen Kram von dem ich mich nähren mußte, und konnte ihm nicht nach laun, auch machte mir der Franz ſchon genug zu ſchaffen, ich ließ das Kind alſo dei dem Alien.

Da ſeht Ihr, was die Armen den Montaltos verdanken, fügte der Pater laut hinzu. Dieſe brave Frau hat dupch ſie den alten Vater und ihr Kind verloren, aber ſie erträgt ihr unglück ſchweigend und in Geduld, gerade wie Ihr es tragt, daß die Herzogin Euch an die Deutſchen verräth.

Rein, wir tragen es nicht, unſere Geduld iſt zu Ende, kreiſchten die Frauen, wir laſſen uns nicht den Preußen über⸗ lefern, nieder mit der Herzogin, nieder mit ihrer Richte!

Der Pater kannte dieſes franzöſiſche Volk, das man durch ein Wort auf andere Gedanken bringen kann. Die Frau, die ihnen bisher eine Wohlthäterin geweſen war, erſchien ihnen plötzlich als eine Feindin, ſie glaubten dem Pater auf das Wort,