Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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Pfui über die Niederträchtigen! riefen die Weiber, man nuß ſie öffentlich auspeitſchen!

O, Ihr werdet das nicht thun, denn grade ſie ſind es, welche ſich für Freunde der Armen ausgeben, ich kenne eine oornehme Dame, die täglich viele Suppen austheilt und doch wlit den Deutſchen unter einer Decke ſpielt.

Rennt ſie uns nur, Herr Pater, rief eine der Frauen, und Ihr ſollt ſehen, wie wir ihr auf offenem Markte die Kleider vom Leibe reißen und ſie mit Ruthen durch die Stadt peitſchen!

O Ihr müßt nicht ſo bös mit ihr verfahren, wenn ich ſie Euch nennen ſoll, bat der Pater und faltete die Hände.

Ei, wir wollen ſie nur nach Gerechtigkeit züchtigen, ant⸗ wortete ihm das Weib. Was, mit den Preußen unter einer Decke, und das ſollte man dulden? Rein, jetzt müſſen wir wiſſen, wer uns verräth! Sterben denn unſere Kinder umſonſt, hungern und frieren wir vergeblich? Den Namen. Pater Venturo, den Ramen!

Ja, den Namen, den Namen! kreiſchten und heulten die ibrigen Weiber.

Nun, ſagte der Jeſuit mit ſcheinheiliger Miene, da meine lieben Beichtkinder es ſo dringend von mir fordern, ſo muß ich mich ſchon entſchließen, Euch die Dame zu nennen, obgleich ich es ungern thue. Es iſt die Herzogin Montalto.

Die! meinte kopfſchüttelnd die Eine, das iſt ſchade, es iſt ſonſt eine gute Frau.

Mir hat ſie ſeit vier Wochen täglich Eſſen geſchickt, ver⸗ ſicherte eine Andere, und mein Kind hat ſie beſucht, als es krank war. Meinem Mann hat ſie Arbeit verſchafft. Meine alten Eltern ſind durch ihre Fürſprache in's Hospital aufgenowmmen worden. Und Fräulein von Montalto hat mir dieſes Tuch geſchenkt! Und mir dieſe warmen Schuhe! Dieſen Shawl hat ſie ſelber geſtrickt!

So ging es fort, und eine Jede wußte etwas Rühmendes von der Herzogin und ihrer Richte zu ſagen. Der Pater gab daunn ſeine Sache noch nicht auf.

Sagte ich es Euch denn nicht, ſprach er mit heuchleriſch