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fliegenden Haaren, aber eher will ich verhungern, ehe ich die Flaſche mit Schwefelſäure verkaufe, die ich den Preußen ins Geſicht gießen will.
— Und ich, lachte eine Andere, ich habe mir eine Spritze angeſchafft, und dann ſtehe ich hinter meinem Fenſter, wenn ſie vorbeikommen und rufe, und wenn ſie heraufſehen, piff, piff! da haben ſie das Pulver in den Augen, und ein Körnchen ge⸗ nügt ſchon, ſie blind zu machen!
— Mir iſt es ſchlecht gegangen, klagte eine Dritte. Ich hatte Arſenik und freute mich ſchon, wie ich ihnen den beibringen wollte, da kommt mein kleines Mädchen und denkt es iſt Zucker und naſcht es mir aus.
— Und iſt ſie geſtorben? fragte eine Andere.
— O ich wollte die gottverdammten Preußen ſtürben Alle unter ſolchen Qualen, wie meine arme Babette. Das war ein Leiden!
— Ich beklage ſie nicht, meine Zweite ſtarb ja auch, die Kinder halten die ſchlechte Nahrung nicht aus. Du wirſt Deinen
Jungen auch nicht durchkriegen, Anna.
Anna drückte das ächzende kleine Weſen an ihre Bruſt.
— Das räche ich an den Preußen, knirſchte ſie in ſich hinein.
Jetzt trat der Pater Venturo hinzu. Seitdem er von ſeiner Krankheit geneſen war, verſah er alle Dienſte bei den Armen umſonſt und ließ ſich weder Leichenreden bezahlen noch Beicht⸗ gelder geben. Dafür hingen die Weiber mit großer Liebe an hm, wenn auch die Männer ſein ſcheinheiliges Weſen nicht leiden mochten. Auch jetzt miſchte er ſich unter den Haufen der unglücklichen Frauen.
— Ihr habt ganz Recht, ſagte er, es iſt eine Schande, daß
Ihr hier ſtehen müßt, indeſſen zu Hauſe Eure Kinderchen frieren und hungern. Wer aber trägt die Schuld davon? Nicht der Staat, nein, der gewiß nicht, nur die Deutſchen ſind es, denen wir all unſer Unglück verdanken, und ich kenne Franzoſen, die ſich nicht entblöden, es mit den Feinden des Vaterlandes zu halten.


