Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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Er begab ſich in jenes Arbeiter⸗Viertel, welches den Namen Belleville führt, hier ſchlich er durch die Straßen, die nicht mehr eng und winklig waren, denn der Kaiſer Louis Rapoleon hatte die ſchlechteſten Gaſſen niederreißen laſſen, und ſie bedeutend er⸗ weitert, nicht um dem Volke geſunde und luftige Wohnungen zu geben, ſondern ihm die Möglichkeit zu nehmen. ſich in den krum⸗ men Gängen und engen Höfen zu verſchanzen, falls es zu einem Aufſtande kam.

Dennoch ſah man überall die traurigen Merkzeichen der Armuth. Seitdem der Preis der Lebensmittel in's Ungeheure geſtiegen war, hatten die unglücklichen Menſchen ihre letzte Habe verkauft, um nur das nackte Leben zu friſten. Wer nicht Soldat war, dem fehlte es gänzlich an Verdienſt.

Die meiſten Läden waren geſchloſſen, die ſonſt ſo belebten Vergnügungslokale ſahen ernſt aus, wie Klöſter, in den Theatern wurde nicht mehr geſpielt, in den Werkſtätten nicht mehr geſchafft. Die Armen lebten von dem, was ihnen der Staat zuertheilte, ſie holten ſich auf der Mairie einen Zettel und bekamen dafür in den öffentlichen Niederlagen ein furchtbar ſchlechtes, kaum genieß⸗ bares ſchwarzes Brot, ein Stückchen Fleiſch und ein paar Hände voll Steinkohlen.

Um das zu erlangen, ſtanden die Frauen oft vom Morgen⸗ grauen bis zum Dunkelwerden vor den Depots und zitterten vor Froſt auf dem kalten Schnee. Es war der traurigſte Anblick von der Welt. Sie hielten das bleiche Kind, das kaum noch die Kraft beſaß, zu ſchreien, an die Bruſt gedrückt, um es zu wärmen, ſie trippelten hin und her, um nicht zu erſtarren, erzählten ſich gegenfeitig die Größe ihrer Leiden und ſprachen ſich gegenſeitig Hoffnungen zu. In ihrem tiefſten Elend ſchmeichelten ſie ſich mit Rachegedanken.

Laßt ſie nur fommen, dieſe verfluchten Preußen, ſagten ſie, wir wollen ihnen die Herzen aus dem Leibe reißen und ſie aufeſſen. Warum wagen ſie ſich nicht in die Stadt hinein? Weil ſie uns fürchten, weil ſie es wiſſen, daß wir ſie mit ſieden⸗ dem Oel begießen und ihnen vergiftetes Waſſer reichen würden!

Ich bin ein armes Weib! rief eine häßliche Frau mit