Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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ſtill, kein Wiudhauch zeigte ſich, und ruhig ſchwebte das Schifflein über das Land, über die feindlichen Armeen, über Flüſſe und Seen dahin.

Endlich landete er in Amiens, weit genug von den Deutſchen entfernt, um ſich in Sicherheit fühlen zu können. Von hier führte die Eiſenbahn den kühnen und ehrgeizigen Mann nach Tours, wo von nun an der Sitz der Provinzialabtheilung der Regierung war.

Jetzt war ſein ganzes Beſtreben darauf gerichtet, die Fran⸗ zoſen zu einem allgemeinen Widerſtande gegen die Deutſchen aufzuſtacheln. Er verſchrieb von Amerika her eine große Anzahl von Hinterladungsgewehren, kleidete Mannſchaften ein, ernannte Offiziere, machte Kriegspläne und ſuchte die Steuern einzutreiben, um möglichſt viel Geld beiſammen zu haben.

Seine unermüdliche Thätigkeit, ſeine Vaterlandsliebe hätten ſelbſt den Feinden Achtung eingeflößt, wenn er nicht Alles, was er Gutes ſtiftete, durch ein maßloſes Lügenſyſtem wett gemacht hätte, mit dem er ſeinen Landsleuten Sand in die Augen zu ſtreuen ſuchte. Jede Niederlage verwandelte ſich in ſeinen Berich⸗ ten zum glänzenden Siege, er verhieß Bazaines Ankunft vor Paris, als Metz ſchon gefallen war, er ſuchte den Muth der Franzoſen durch grenzenloſe Prahlereien aufzuſtacheln, und wurde nicht müde, die Feinde verächtlich darzuſtellen.

Solch ein Benehmen verſtößt gegen alle Sittlichkeit, und läßt ſich in keiner Weiſe rechtfertigen. Mit Wahrheitsliebe wäre Gam⸗ betta ſelbſt im Unglück ein großer Mann geweſen, doch ſeine Lügen ſtempelten ihn zum elenden Prahlhans ohne inneren Werth.

Dennoch fehlte es nicht an Leuten, die ſich an ihn an⸗ ſchloſſen, das that auch der alte Cremieux, der mit ihm in Tours war, das that Bourbaki, dem er ein Kommando gab, das that ſogar Garibaldi. An ſeinen Freiſchaaren hatten die Franzoſen in dem Aufſtande gegen Rom im Jahre achtzehnhundert ſieben und ſechzig zum erſten Male ihre Chaſſepots verſucht, und dennoch zögerte er nicht, dieſelben Franzoſen als ſeine Brüder zu begrü⸗ ßen. Lange Zeit war ſein Wahlſpruch geweſen: Rom oder den