Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Doch nicht lange verweilte Gabriele bei dieſen Klagen, wußte ſie doch, daß eine höhere Macht über ihr waltete, ſie beſchloß, ſich ihr ganz zu ergeben und ſtill und geduldig auszuharren, wenn auch ihr Ende noch ſo einſam, noch ſo traurig ſein ſollte.

Eine kurze Zeit lang hatte ſie gehofft, Richard und Arthur würden ihr das verlorene Kind erſetzen, jetzt hatte ſie auch dieſe verloren, und keine Hoffnung lebte mehr in ihr, die Knaben wie⸗ der zu ſehen. Die Wege waren voller Feinde, o in welche Ge⸗ fahren konnten die Knaben gerathen ſein ſie ſchauderte, es zu denken. Jetzt wurde ihr der Befehl ertheilt, der Armee nach Paris zu folgen. Sie gehorchte ohne Zögern.

Dieſes Mal hielt ſie nichts bei den Verwundeten feſt, aber dieſe brachen in Wehklagen aus, als ſie vernahmen, daß die bleiche Frau von Mainz ſie verlaſſen würde. Thränen floſſen auf ihre Hände, die ſie den Verwundeten immer wieder zum Abſchied reichen mußte, Viele glaubten, es ſei ihnen nun der Tod gewiß, weil ihr rettender Engel von ihnen ging. Maria Fiſcher riß ſich end⸗ lich mit Gewalt von ihnen los und beſtieg den Wagen, in wel⸗ chem noch ſechs andere barmherzige Schweſtern in die neu zu er⸗ richtenden Lazarethe fuhren. Sie ſprachen piel mit einander und theilten ſich ihre Erlebniſſe mit, nur die bleiche Frau von Mainz redete kein Wort yind blickte ſtumm auf die Felder, die von den Furien des Krieges verwüſtet waren, auf zerknickte Bäume, aufge⸗ riſſene Chauſſeen, niedergebrannte Häuſer, zerſtörte Weinberge und auf die Knochen von Thieren und Menſchen, die der ſtrömende Regen aus der Erde hervorgeſpült hatte.

Am fünften wur das große Hauptquartier von Ferriére auf⸗ gebrochen. Bei Villeneuve war eine Schiffbrücke über die Seine geſchlagen worden, und der ſtattliche Zug ritt und fuhr darüber fort und hefand ſich jetzt in jenem Theil des feindlichen Reiches, den man die Inſel Frankreichs nennt und der von der Seine und der Marne umſchloſſen wird.

Der letztere Fluß ergießt ſich dicht vor der Südſeite von Paris in die Seine, die, nachdem ſie die Stadt im Nordweſten ver⸗ laſſen hat, zwei Krümmungen macht, ehe ſie den ſtetigen Lauf zum Meere beginnt. Dieſe Krümmungen bilden natürliche Befeſ⸗