tigungen, es liegen deswegen gerade hier die wenigſten Forts, während ſich um die drei anderen Seiten eine große Menge ein⸗ zelner Feſtungswerke ziehen, von denen ein jedes mächtig genug iſt, einen zähen Widerſtand zu leiſten, während die beiden Flüſſe Kanonenboote zu tragen im Stande ſind.
Zahlreiche Waldungen umgeben die franzöſiſche Hauptſtadt, Höhenzüge, die mit üppigem Grün bedeckt ſind, geben Kunde von dem Reichthum des Landes. Der Boden iſt meiſt ſchwer und
thonig, aber die Wege vortrefflich gehalten, wie denn überhaupt die franzöſiſchen Chauſſeen, Pflaſterungen und die überaus zweck⸗ mäßig angelegten Waſſerſtraßen anderen Ländern zum Muſter 1 dienen können. Hatte man vorher viele vereinſammte Dörfer ge⸗ funden, aus denen Alles geflüchtet war, was fort konnte, ſo waren hier die Leute ruhig in ihren Wohnungen geblieben, denn ſie vertrauten auf den Schutz welchen ihnen die Hauptſtadt ver⸗ leihen ſollte. Es kam keinem Franzoſen in den Sinn, an dem endlichen Siege ihrer Waffen zu zweifeln.
Gambetta hatte das Volk zur Vertheidigung aufgerufen, Favre hatte es laut ausgeſprochen, daß die Friedensbedingungen des Grafen Bismark nicht angenommen werden dürften, und ganz Frankreich war einig im heftigſten Widerſtande gegen die deut⸗ ſchen Eroberer. Ohne Kummer ſahen die Bürger von Verſailles die deutſchen Soldaten in ihre Stadt einrücken, hofften ſie doch, dieſfe Einquattierung bald wieder los zu werden. Bald auch er⸗ ſchienen die Perſonen des Hauptquartiers, nachdem der Kronprinz mit ſeinem Stabe ſich ſchon in dem Präfekturgebäude niederge⸗ laſſen hatte. Jetzt zeigten ſich wieder einmal die Soldaten in ihrem Glanze, das Lederzeug wurde friſch geputzt, die Knöpfe wurden blank gerieben, die ſchon ziemlich abgetragenen Uniformen gebür⸗ ſtet, wollten ſie es doch ihrem Oberbefehlshaber beweiſen, daß er ein Heer beſaß, das nach monatelangen Anſtrengungen noch immer in die Schlacht ging, wie zum Tanze, und daß Muth und Kraft und muntere Laune noch lange nicht gebrochen ſeien.
Der greiſe Monarch mußte das ſelbſt fühlen, als er freund⸗ lich grüßend an den in Parade aufgeſtellten Truppen vorüberfuhr. An dem Gitter der Präfektur erwarteten ihn die deutſchen Für⸗


