fortgelaufen ſeid, verdenk ich Euch nicht weiter, das hätte ich auch gethan, wer aber ſind Eure Eltern?
— O bitte fragt mich nicht, bat Richard.
— Fürchtet Ihr Euch etwa, weil Ihr Franzoſenkinder ſeid? rief der Ulan. Das iſt uns ganz gleichgültig. Meine Schecke iſt auch ein Franzoſe, und doch habe ich mich dran gewöhnt. Alſo heraus mit der Sprache, wer ſeid Ihr?
Richard warf einen flehenden Blick auf Gabriele. Er und ſein Bruder hatte es ſich feſt vorgenommen, den Namen des Va⸗ ters zu verſchweigen, der ſie von ſich geſtoßen hatte.
— Was hilft es auch, wenn wir verſichern, daß wir die Söhne des LHerzogs von Montalto ſind? fragten ſie ſich. Nie⸗
mand wird es uns glauben, denn wer könnte vorausſetzen, daß
er uns hier ſo hilflos umher irren ließe? Es iſt weit beſſer, daß wir es verſchweigen, man würde uns nur für Lügner halten und uns als ſolche verachten.
All ihr Bemühen war dahin gegangen, ſich bis nach Paris, bis zu ihrer Mutter durchzubetteln. Dieſe, ſie wußten es wohl, würde ſie nicht ſo leicht von ſich weiſen. Ach, und wie ſehnten ſie ſich nach ihrer liebevollen Pflege! Zwar, ſeitdem ſie ſich ber Maria Fiſcher befanden, war es ihnen, als hätten ſie eine zweite Mutter gefunden. Gabriele's ſanftes Weſen that ihnen um ſo mehr wohl, als es das volle Gegentheil zu Margots roher und gemeiner Art und Weiſe bildete. Sie fühlten ſich geſichert, als ſie mit dem Kopfe auf ihrem Schooße einſchlummerten und hinter ihr auf dem Pferde ſaßen. Auch zu dem biederen Soldaten, der ſo tapfer dreingeſchlagen und Arthur bis hierhergebracht hatte, be⸗ ſaß Richard volles Vertrauen, aber der Ulan war einer der ge⸗ fürchteten Feinde des Vaterlandes, für welches der Herzog von Montalto kämpfte. Der Knabe hatte mit ſo vieler Erbitterung von den Deutſchen reden hören, daß er glaubte, ein gleicher Haß müſſe auch bei ihnen gegen die Franzoſen herrſchen.
— Erfahren ſie wer wir ſind, ſo dachte er mit einer Vor⸗ ſicht, die weit über ſeine Jahre hinausging, ſo werden ſie uns als Bürgſchaft behalten und unſern Vater zwingen, ſich ihnen um unſeretwillen zu ergeben.
Verleugnet er uns dann zum zwei⸗
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