Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Kätens Krankheit hinterlaſſen hatte und der das Gift weiter ver⸗ breitete.

— Welch ein Fehler iſt es, dachte er, daß man weder bei uns in Italien, noch in Frankreich die Pockenimpfungzwangsweiſe ein⸗ führte, für mich wäre es jetzt ein Troſt, wenn ich einen Schutz gegen dieſe ekelhafte Krankheit hätte. Freilich behauptet man, das Impfen helfe auch nicht für immer, und man müßte es meh⸗ rere Male wiederholen. Nun, wenigſtens habe ich die Freude, die ſtolze Herzogin und ihr ganzes Haus gründlich zu verpeſten, wer weiß, ob es nicht bald um Helenens feine Haut geſchehen iſt, ob nicht bald Iduna todt neben ihrem Kinde liegt? Man muß das Beſte hoffen!

Unter ſolchen Gedanken kam er mit Margarethen vor dem Hauſe der Herzogin an. Auch hier ließ er das Kind allein aus⸗ ſteigen und voraufgehen, mit boshafter Freude bemerkte er, daß die Kleine nicht lebhaft die Stufen hinaufſprang, daß ſie ſchwankte und ſich an das Treppengeländer halten mußte.

— Ach, Fräulein Margarethe, Sie wieder hier, aber wie bleich! ſo rief der alte Diener ihr entgegen.

Margarethe begrüßte ihn nur mit einem ſanften Kopfnicken, ſie ging zu dem Zimmer ihrer Mutter und öffnete es. Iduna ſtieß einen Freudenſchrei ans, kaum vermochte ſie es, dem gelieb⸗ ten Weſen entgegen zu eilen.

— Mutter, rief Margarethe, liebe Mutter, ich bin krank, ich habe die Pocken.

Iduna ſchloß ſie in ihre Arme und bedeckte ſie mit Küſſen!

— Mein Kind, mein einziges geliebtes Kind, daß ich Dich wieder an meine Bruſt drücke, o Gott ſei gelobt, daß er Dich mir wieder giebt.

— Sie erhalten Ihre Tochter aus meiner Hand, Fran Her⸗ zogin, ſagte der Jeſuit und freute ſich dieſer todbringenden Zärt⸗ lichkeit. Auf Befehl des Herrn Herzogs von Montalto, Ihres Gatten, brachte ich das kleine Fräulein in ein Kloſter, aber ich holte ſie ſogleich heraus, ſobald ich erfuhr, daß dort eine an⸗

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