Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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mehr als Alles fürchtete, derſelbe der ſie ihrer Mutter entriſſen und hierhergebracht hatte.

— Sie ſind überzeugt, daß dieſe Racht keine vergebliche war? fragte er.

— O, wie wäre das möglich, rief die Nonne, hätten Sie nur die Leiche geſehen, ich denke, Sie riechen es noch, ehrwürdi⸗ ger Herr, daß ſie nicht eben ganz ſauber war. Sch ließ ſie wie einen Hund verſcharren, ſonſt hätte ſie uns das ganze Kloſter verpeſtet.

— Aber das beweiſt nicht, daß Margarethe.. ebenſo ſein wird, meinte Venturo.

— O, fürchten Sie Nichts, keine Krankheit iſt anſteckender, und eine Nacht in demſelben Bette und jetzt noch auf demſelben Laken; das hilft ſchon.

— 4s iſt gut, kleiden Sie das Kind an, ich erwarte Sie.—

Die Nonne befolgte den Befehh; Margarethe wurde aus dem Bette genommen, ſie konnte nicht allein ſtehen, ſo ſchwach fühlte fie ſich, und ihre Beine wankten. Sie fragte auch nicht mehr, was man mit ihr vorhatte, ſie war gleichgültig gegen Alles ge⸗ worden. Als ſie fertig war, führte die Nonne ſie zu dem Pater Venturo, doch dieſer ſcheute ſich, ihr die Hand zu reichen und ließ ſie vor ſich her die Treppe hinuntergehen. Vor der Thür des Kloſters hielt ein Miethwagen, der Jeſuit ſtieg mit dem Kinde ein und befahl dem Kutſcher, ſie zu dem Hauſe der Herzogin von Montalto zu fahren. Noch geſtern hätte Margarethe vor Freude aufgejauchzt, wenn ihre Rückkehr zu der geliebten Mutter ſo nahe geweſen wäre, jetzt ſaß ſie ſtumpf da, ſie ſah nicht den blauen Sonnenhimmel, nicht die munteren Leute, die ſich auf den Stra⸗ ßen drängten, ſie ſah nur die todte Käte und dachte Nichts, als daß ſie bald ebenſo daliegen würde, und fragte ſich⸗ ob ihre Mut⸗ ter ſie auch gleich einem Hunde würde verſcharren laſſen. Dem Jeſuiten war unheimlich zu Muthe. Er rückte ſo viel, als er vermochte, von dem kranken Kinde fort und öffnete alle Fenſter des Wagens um friſche Luft hindurchzulaſſen. An den kleidern des Kindes haftete noch jener widerwärtige Geruch, welchen