Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Endlich kam die Nonn.

Margarethe richtete ſich empor.

— Fäte ſchläft, ſagte ſie, jetzt wird es beſſer mit ihr werden.

Die Ronne lachte, dann riß ſie die Leiche aus dem Bette und warf ſie in einen Kaſten, den ſie herbei zog. H. wie ent⸗ ſetzlich ſah der Körper aus o daß Krankheit ſolch eine furchtbare Zerſtörung hervorzubringen vermag. Die eiternden Pocken waren aufgebrochen und Maden krochen daraus hervor, der Geruch war ſcheußlich.

Die Nonne ſchlug den Deckel des Kaſtens zu und ſtieß ihn mit dem ßuße zum Zimmer hinaus, wo ihn die Diener nahmen, um ihn ſchnell zu verſcharren.

— Darf ich nun aufſtehen? fragte Margarethe ſchüchtern.

— Ei bewahre, Du haſt ja die Pocken, lachte die grauſame Frau.* Margarethe erbebte. Alſo, was ſie ſo eben geſehen hatte, ſollte auch ihr Schickſal ſein? Noch waren ihre Augen hell, noch ſah ſie keine Puſteln auf ihrer Haut, ſie ſollte alſo hier liegen bleiben und abwarten, bis die gräßliche Krankheit ſie nach und nach ergriff, bis ſie zu einer gedunſenen, ekelhaften Maſſe würde, wie Käte es geweſen war?

O dieſes Loos war entſetzlich!

Kaum hatte die Nonne das Zimmer verlaſſen, als Marga⸗ rethe aus dem Bette kroch, ſie hüllte ſich in ein Tuch welches ſie da fand, es mochte Käten gehört haben und ſetzte ſich in einen Winkel, um zu weinen. Da kam die Nonne wieder und mit Peitſchenſchlägen und Fußtritten jagte ſie das verzweifelnde Kind

in das ekelhafte Bett zurück. Da war es aus mit Margarethens

Muth, ſie weinte laut, ſie rief nach ihrer Mutter, nach ihrem Schutzengel, ſie bat zu Gott, ihr zu helfen, bis ſie endlich in

Schlaf verfank, denn ſelbſt im tiefſten Elend ſchict Golt dem

Kindesalter den tröſtenden und erguicenden Schlummer, den er dem Herangewachſenen und im Unglück Gereiften entzieht.

Als Margarethe erwachte, ſtand die böſe Nonne vor ihrem Berte und neben ihr der Jeſuit Venturo, jener Mann, den ſie

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