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ſonſt, immer wieder ſchreckte ſie empor. Da vernahm ſie ein ängſtliches Winſeln. Anfangs konnte ſie es ſich nicht erklären, dann verſtand ſie, daß die Thür zu deim Krankenzimmer geöffnet ſein mußte. Hier lag ein unglückliches Kird. Die Nonnen hatten in ihrer Gegenwart von ihr geſprochen. Die Kleine hatte die ſchwarzen Pocken, die in Paris, wo man faſt gar nicht impft, noch jetzt wüthen. Ihr ganzer Körper war mit eiternden Geſchwüren bedeckt, die Augen waren erblindet es war kein Theil des Körpers, der nicht eine große ekelhafte Wunde geweſen wäre. Und wie außen ſo innen. Zunge und Hals, Alles war von den ekelhaft riechenden Blattern bedeckt, es war die Verweſung bei lebendigem Leibe. Die übrigen Kinder wurden von der Unglücklichen ſo fern als möglich gehalten, die Nonnen ſelber ſcheuten ſich, in das Zimmer zu treten, auch gab es für die arme Kranke keine Hilfe mehr, man mußte ſie ruhig ſterben laſſen, denn die vereiterte Kehle ließ keine Nahrung mehr hindurch, und Medizin blieb wirkungslos.
MWargarethe hatte bei der Schilderung dieſes Zuſtandes ein kaltes Entſetzen empfunden. Jetzt hörte ſie die Unglückliche ächzen, ſie faltete ihre Hände und betete für die Leidende. Da wurde plötzlich das Zimmer aufgeriſſen, und eine Nonne trat mit raſchen Schritten herein. Es war eine große Frau mit harten Zügen und ſtrengem Blick. Alle Kinder fürchteten ſie, denn ihr lag es ob, diejenigen, welche ſich eines Vergehens ſchuldig gemacht hatten, zu ſtrafen, und ſie that es mit unbarmherziger Strenge.
ſ Margarethe, du hier, rief ſie mit erſtaunter Miene, hat man Dich vergeſſen? Warte, ich will Dir ein Bett gebon, zwar allein kannſt Du dieſe Nacht nicht liegen, aber bei Käte iſt Platz.
Käte, das war das pockenkranke Mädchen. Ein ſtarrer Schau⸗ der ergriff Margarethe.
— O nicht zu Käte, o nicht zu der, bat ſie mit herzzerrei⸗ ßenden Jammertönen, laß mich hier, ich will nicht ſchlafen, o nur nicht zu Käte!
Aber die Nonne achtete nicht auf ihr Jammergeſchrei. Mit ihren ſtarken Armen hob ſie das zitternde Kind empor, riß ihm ſchnell die Kleider vom Leibe, trug es in das Krankenzimmer
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