Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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das Land ausſaugen, ſahen ſie die Gemüther ihrer Kinder ver⸗ giften, die wichtigſten Sittenlehren entweihen und eine Zeit des völligen Unterganges vorbereiten.

So weit glaubte ſich der Kaiſer indeſſen noch nicht, als er ſich bei Mac Mahon's Armee einfand und an ihrer Spitze in Sedan einzog. Er hielt Heerſchau über ſeine Truppen und war im Allgemeinen zufrieden. Die meiſten Regimenter lie⸗ ßen ſich noch in genügender Stärke ordnen, bei den übrigen tröſtete er ſich mit den Gedanken, daß Bazaine die Trümmer nach Metz gezogen haben würde. Ihm ſelber aber ging es deswegen nicht beſſer. Die furchtbare Anſtrengung der letzten Tage, die ei⸗ lige Reiſe nach Metz und non dort aus hie her hatte ſeine alten Leiden wieder hervorgerufen, dieſe Leiden, welche nicht nur die Folge ſondern auch die gerechte Strafe eines verliederlichten Lebens waren. Unter entſetzlichen Schmerzen lag e⸗ in dem Stadtſchloſſe auf dem weichſter Sopha, welches ſeine Kammerdiener hatten herbeiſchaffen können, umgeben von unzähligen Medizinflaſchen Salben, pritzen, Umſchlägen. die alle Linderung verſchaffen ſoll⸗ ten und keine Wirkung meh uf ſeinen geſchwächten Körper aus⸗

übten. Dieſe Qualen machten ihn unmuthig gegen ſeine Umge⸗

bung, gegen das Schekſal, gegen ſich ſelbſt. Die Kaiſerin war nicht da, die es ſonſt ſo gut verſtand⸗ ihm läſtigen Beſuch und

nnangenehme Geſchäfte fern zu halten. Sie liebte ihn nicht, denn

ie konnte ihn nicht achten. Er war ihr ſo wenig treu, daß ſie auch Glaubte, ſich nicht geniren zu brauchen, aber ſie wußte es

— wohl, daß ſie nichts war ohne dieſen Maan⸗ und darum that ſie

alles, um ſein Leben zu erhalten und angenehm zu machen. Auch vermißte er ſie jetzt wirklich, ebenſo wie ſich der Knabe Lulu nach ihr ſehnte. Das arme Kind wußte nicht, wr es bleiben ſollte. Die Generale thaten, als ob ſie Gott weiß wie beſchäftigt wären die Damen ſchäkerlen einen Augenblick mit ihm und wandten ſich dann zu intereſſanteren Herren, er kam ſich furchtbar überflüſſig vor, er hatte gar nichts zu thun und keinen einzigen Spielkame⸗ raden, er ſehnte ſich nach den Söhnen des Herzogs von Montalto, mit denen er ſonſt ſo gern zuſammen war und fragt⸗ ihren Va⸗ ter mehr als zehn Mal nach ihnen.