Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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ſen und ſchauderte davor zurück. Jetzt diente ſie einer ihm feind⸗ lichen Macht, aber ſie verpflegte Dutſche und Franzoſen mit gleicher Aufopferung.

Noch waren die Lazarethe nicht vollſtät dig eingerichtet, es fehlte an ſo manchem, das Alles erſetzte die licbevollſte Aufmerkſamkeit,

Wer Maria Fiſcher in ihrem ſchwarzeneide, mit dem Schlei⸗ ertuche über den hellbraunen Haaren ſah, der hielt ſie für eine Nonne, für die Schweſter irgend eines geiſti*en Ordens, ſie wiederſprach dem nicht, war es doch echte Frömmig trieb, die ſchwerſte Arbeit auf ſich zu nehmen und vöe keinem Schrecken zurückzubeben.

Wenn die Wunden ſo furchtbar eiterten, daß man Gefäße unterſetzen mußte, um die ekelhaft riechende Flüſſigkeit aufzufangen, wenn ſie ſchlecht verbunden waren und ſcheußliches Gewürm da⸗ raus hervorkroch, wenn Fieberwahnſinn die Leute ergriff und ſie Worte ausſtießen, vor denen ihr Gefühl ſchauderte, ſie trug Alles mit Sanftmuth und gläubigem Sinne. Ihre milde Sprache beru⸗ higte die Aufgeregten, ihre weichen Hände verurſachten keine Schmerzen wenn ſie die Binden löste und die Charpie entfernte.

Aus manchen Augen leuchtete ein Hoffnungsſtern, wenn ſie ſich dem Bette näherte, manche Seele wandte ſich wieder zu Gott, dem lange vergeſſenen, und bereitete ſich auf ein würdiges Ende vor. Gab es dann einen Augenblick der Rahe, den Andere eif⸗ rig ſuchten, ſo hatte ſie noch zu arbeiten und zu ſorgen. Sie wuſch die ſchmutzigen Binden und Compreſſen, damit kein Man⸗ gel an reiner Leinewand entſtände, ein widerwärtiges Geſchäft, dem ſich nicht leicht Jemand unterzieht, ſie zupfte Charpie, ſtopfte Kiſſen, nähte und beſſerte Beſchädigtes aus, half auch wohl in der Küche bei der Bereitung der Speiſen. Sie war der Engel des Lazareths, ſo nannten ſie die Aerzte, ſo nannten ſie die Kranken.

Doch konnte ſie nicht lange an demſelben Orte verweilen, denn ſie gehörte zu denen, die ſich die doppelt ſchwere Aufgabe geſtellt hatten, den Armeen zu folgen, und die Verwundeten gleich auf dem Schlachtfelde zu verbinden und zu erquicken. 6

Wilhelm Friſchmuth wußte das, er hatte ſo viel Gutes von

fri zu

er er ſie da