Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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ſich als Söhne eines bekannten franzöſiſchen Generals zu nen⸗ nen, die Deutſchen mochten ſie als Geißeln bei ſich behalten, die Franzoſen konnten ſie bei Margot erblickt haben und Luſt empfinden, ſie an dieſe auszuliefern. Deswegen hatten ſie ſich das Wort gegeben, es Niemand zu ſagen, wie ſie hießen, nicht einmal die Vornamen. Im Walde hatten ſie Leichname von Deutſchen und Franzoſen gefunden, ſie hatten ſich ihrer Män⸗ tel bemächtigt, die ihnen freilich zu weit und zu ſchwer waren, aber die zerriſſene und lacherliche Kleidung verdeckten, welche Margot gegeben hatte, der Schmutz den ſie ſeit drei Tagen nicht hatten abwaſchen können, machte ſie vollends unkenntlich.

Die armen Burſchen hofften, ſich bis Paris durchzubetteln, dort dachten ſie bei ihrer Mutter eine willigere Aufnahme zu fin⸗ den als ſie bei dem Herzog, ihrem Vater, gefunden hatten, und außerdem beſaß ihre Familie Freunde und Bekannte genug, auf die ſie ihre Hoffnung ſetzten.

Eine Stunde lang mochte die Frau mit den beiden Knaben umhergezogen ſein, als Richard endlich geſtehen mußte, daß er den Weg zum Dorfe nicht mehr zu finden vermöchte. Unterdeſſen war Arthur immer ſchwächer geworden, und auch die Frau fühlte ſich dem Umſinken nahe. Unfähig weiter zu gehen, ſetzte ſie ſich auf die Erde nieder, zog die Knaben feſt an ſich, hüllte ſie, ſo gut es ging, in ihre Gewänder ein und ſchlug ihre Arme um ſie.

Schlaft Kinder, ſchlaft, ſagte ſie ſanft, es iſt die beſte Erquickung der Unglücklichen. Ach, ich habe Euch nichts Anderes zu bieten als meine Bruſt, um Euch daran zu erwärmen, hier liegt Ihr ſicher, ich will für Euch beten, bis der Morgen kommt,

der Troſt und Hülfe bringen wird.

Die Knaben ſchmiegten ſich an ſie. O, wie that es ihnen wohl, ſich ſo gebettet zu ſehen, nachdem ſie von Margot mit Flüchen in den Schlaf getrieben, mit Peitſchenhieben aufgeweckt worden waren. Die ſanfte Stimme der fremden Frau that ihnen unendlich wohl, war es doch, als ob ihre Mutter zu ihnen redete, der Kuß, den ſie leiſe auf ihre Stirnen hauchte, war wie ein Se⸗ gen, den ſie über die armen Verlaſſenen ausgoß. Das müde