Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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Wo kommt Ihr her? fragte die Frau.

Von jener Seite des Waldes, ſagte Richard. Dort im Dorfe baten wir um Brot, aber ſie gaben uns keins.

Wißt Ihr, wo das Dorf liegt? fragte ſie weiter.

O ja, verſetzte der Knabe, das iſt nicht weit, aber die Leute ſind ſo hartherzig, ſie ſahen, wie der arme Arthur dahin⸗ ſtarb, und ſie gaben ihm Nichts, o gewiß, er wäre ſchon todt, wenn Gott Sie nicht geſchickt hätte.

Vertrauet auf ihn ermahnte ſie die Frau, er ſendet Hilfe in aller Noth. Aber ſagt mir, fühlt Ihr Euch kräftig ge⸗ nug, mich in das Dorf zu führen, ſo will ich Brot und Milch für Euch kaufen, um Geld geben es die Leute ſchon, und dann hoffe ich dort einen Wagen zu finden, der mich dahin geleitet, woher ich kam.*

Kannſt Du es, Arthur? fragte Richard.

O ja, ich glaube, ſagte er, aber Du mußt etwas von dem Brote eſſen, es ſchmeckt ſo gut.

Die Frau war von ſo viel brüderlicher Liebe tief gerührt, ſie ließ den Knaben noch einige Zeit, um ſich zu erholen, dann hieß ſie ſie aufſtehen und ließ Richard vorausſchreiten, indem ſie dem ſchwächeren Arthur ihren Arm lieh. Aber bald zeigte es ſich, daß der Knabe nicht ſo genau den Weg wußte, wie er es geglaubt hatte. Der immer dichter werdende Nebel benahm ihm jede Ausſicht, er ſpähte nach allen Seiten, aber er ſah nichts, als eine weiße Wolkenwand, und ſeine Retterin erkannte bald daß er ſie nicht zu führen vermochte.

Jetzt war ihre Lage doppelt ſchlimm. Sie allein hätte den Tod mit Freuden begrüßt, wenn er aus dieſem Nebel heraus ſeine bleichen Arme nach ihr ausgeſtreckt hätte, jetzt aber hatte ſie auch für die Kinder zu ſtehen, es waren zwei Menſchenleben, die Gott in ihre Hand gelegt hatte, damit ſie errettet würden von einem frühen Untergange.

Arthur war ſo ſchwach! Er erzählte ihr, wie ſie ſeit drei Tagen dirch die Wälder irrten, ohne eine Spur von Nahrung zu ſich genommen zu haben jedoch verſchwieg er ſeinen und ſeines Bruders Namen, wußten ſie doch, daß es gefährlich ſei,

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