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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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licher Rohheit aufgewachſen, eigneten ſich, ohne es ſelbſt zu wiſſen, eine Art von Bildung an, wurden zarter, ſo wie ſie vielleicht ſinnlicher wurden; und entſtand auch hie und da ein vertrauliches Verhältniß, ward es nicht als ein großes Ungluͤck angeſehen; denn fremde Leidenſchaften, die anderswo nur zu oft jugendliche Liebe bedrohen, fan⸗ den hier mur ſelten Statt, und man war im Voraus uͤberzeugt, daß jeder Liebeshandel, nach einer verſchaͤmten, taͤndelnden Verheimlichung, ohne groſ⸗ ſe Schwierigkeiten zu einer gluͤcklichen Ehe fuͤhren wuͤrde. Daher ermunter⸗ te die Mutter ſelbſt, ohne irgend eine Gefahr zu befuͤrchten, beide Toͤchter zur Pflege des, trotz ſeines unbehuͤlflichen Zuſtandes, hoͤchſt lebhaften Juͤnglings. Es waͤre, meinten die Eltern, eine gute Gelegenheit, ohne Koſten Franzöſiſch zu

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