poſtell zieht? Ich habe noch von Leopold's Krönung her dieſer Alfanzereien ſatt. Ich will mich ſtill und innig eurer Liebe und dieſer Naturherrlichkeit freuen; während droben in Frankfurt der Zudrang und das Gewühl der Menſchen mit jeder Stunde wächſt, die Kanonen und Glocken lärmen, die Staatswagen raſſeln, die goldene Gala der Geſandten und Kurfürſten blendet und das end⸗ loſe Ceremoniel der Wahl, der Salbung, der Krönung, des Ritterſchlags und der gräßliche Krönungszug alle Sinne verwirrt, alle Herzen ermüdet. Wir wollen uns eine ſchmackhafte Schüſſel und ein altes Glas Wein ge⸗ fallen laſſen, als ob uns der Erbtruchſeß einen Abhub des gebratenen Ochſen gebracht, und der Erbſchenk vom ſprin⸗ genden Weine geſchöpft hätte; unſere traulichen Geſpräche ſollen uns mehr gelten, als der metallene Regen, den der Erbſchatzmeiſter aus ſeinem kurpfälzer Wappenbeutel ins zappelnde Gevränge der Menſchen ausſtreut.
In ſolchem Hinblick auf die frankfurter Vorgänge, die Garzweiler gelegentlich beſchrieb, genoſſen die Freunde ihres heiteren Stilllebens. Chambion war eben neugierig, wie ein Landpfarrer, und Garzweiler ſtand mit dieſem Jugend⸗ freund und ehemaligen Mitzögling des Jeſuiten⸗Collegs unbefangener, als mit irgend einem Menſchen. Er ließ ſich zumal in ſeiner jetzigen gemüthlichen Stimmung froh und mittheilend aus, ſo vorſichtig er ſonſt war; ja er that ſich gegen den vereinſamten Jugendgenoſſen auf ſeine Verbindungen und Einblicke in das vornehme Leben etwas zu gut, ohne auch für bedenkliche Geſtändniſſe ein ſtrenges Urtheil zu fürchten. Sie brachten die heißen Stunden abwechſelnd in ihren Wohnungen zu, und machten an
——


