haben, den deutſchen Mächten den Krieg zu erklären? Da haben nun Oeſtreich und Preußen die Reichsfürſten aufgefordert, ihre Contingente zu ſtellen. Aber wir haben leider! ein echt deutſches Sprüchwort, das falſch iſt: Was lange währt, heißt es, wird gut. Und ſo nehmen ſich denn unſere Fürſten Zeit zum Rüſten. Einige, wie Sach ſen und Hannover, wollen ſogar neutral bleiben.
Neutral, Herr Pater? Das heißt: Thu' mir nichts, ich thu' dir auch nichts? Was ſoll denn aber dabei aus dem Reich werden? Und aus Mainz? Glauben Sie, daß unſer Mainz belagert wird?
Das glaub' ich eher, Jean Baptiſt, als daß die preu⸗ ßiſche Armee, die jetzt bei Koblenz lagert, Champagner an der Quelle trinken wird.
So, ſo! ſagte der junge Schiffer überlegend. Dann fragt ſich's nur, ob wir Lands oder Waſſer-Emigranten bekommen werden.
Wie meinſt du, Jean Baptiſt?— Ich meine, ob un⸗ ſer mainzer Adel zu Waſſer oder zu Land ausreißen wird.
Was denkſt du, Jean Baptiſt! rief Garzweiler mit ſchalkhafter Mißbilligung. Unſer Adel ſollte die Flucht nehmen? Geh', ſag' ſo was nicht.
O Herr Pater, lehren Sie mich die Karpfen kennen: mein Vater iſt ein Fiſcher geweſen! lachte Jean Baptiſt. So dumm ſind unſere vornehmen Herren nicht, daß ſie den Franzoſen das Emigriren nicht ablernen ſollten, nach⸗ dem ſie ſoviel von ihnen gelernt haben! Ja, ja! Ich richte mich darauf ein, Herr Pater! Bei ſolchen Gelegen⸗ heiten gibt's, aller Wahrſcheinlichkeit nach, gute Verdienſte.


