20
haben uns nichts Gutes von den Mainzern zu verſehen. Erinnern Sie ſich noch des entſetzlichen Abends im Theater, Frau Generalin?
Welches Abends, beſte Baronin?
Je nun, vor einem Vierteljahre,— wiſſen Sie, als der unglückliche König aus Paris entfliehen wollte?
Nun ja, Liebſte, auch wirklich entflohen war. Aber die Mainzer—
Ei, Frau Generalin, erinnern Sie ſich denn nicht, daß der Kurfürſt, in Erwartung des Eilboten, der die Nachricht vom glücklichen Gelingen der Flucht bringen ſollte, die Oper Richard Löwenherz aufführen ließ?
Nun ja!
Da wurde doch das Parterre ſehr unruhig, als ſich die Nachricht verzögerte; man wollte nicht länger warten Und als der Kurfürſt endlich verſtört in Ihre Loge trat, und die Nachricht auskam, der unglückliche Flüchtling ſei erkannt und ergriffen worden welcher Jubel erſcholl da im Parterre! Es war die Freude von Cannibalen! Und wir Alle in den Logen ſaßen bleich vor Entſetzen
Ah ſo! erwiderte die Generalin. Aber dieſe kleine Tücke des mainzer Pöbels war mehr auf die Emigrirten abgeſehen, die ſich vorgeſetzt hatten, das Finale der Oper: Unſer König iſt befreit!“ jubelnd mitzuſingen.
Und nun iſt heut dieſelbe Tücke an meiner ſtillen Familie ausgebrochen, an meinem Franz Karl. O, ich
beſchwöre Sie, Frau Generalin! Stellen Sie es dem Kurfürſten vor, daß es der Ausbruch gegen die gemein⸗ ſame Sache des Adels iſt, wobei gerade ich das erſte
Opfer bringen muß
die entfe mir
mm


