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Der Pater wollte eben lebhaft erwiedern, als eine Jungfrau von überraſchender Schönheit um die Ecke der kleinen Langgaſſe bog. Der Baron blieb betroffen ſtehen. Sie mochte um das zwanzigſte Jahr ſein; ihre Haltung hatte das Gepräge ſchüchterner Sittſamkeit; wobei ihr Blick einen klugen, regen Geiſt verrieth.
Garzweiler, dem der Eindruck dieſer Erſcheinung auf den jungen Baron nicht entgangen war, redete das Mäd⸗ chen an.— Siehe da, Jungfer Fides, ſprach er mit ſtren⸗ gem Tone. Wo war denn meine fromme Lilie letzten So⸗ dalitäts⸗Sonntag?
Die Mutter war unwohl geworden und der Arzt be⸗ fahl mir, ſie nicht zu verlaſſen, verſetzte leiſe erröthend die ſchöne Fides.
Der Arzt? ſchalt Garzweiler. Scht doch! Aber was habe ich denn befohlen? Iſt das der Gehorſam einer frommen Tochter? Die marianiſche Andacht geht Allem vor. Maria iſt die Herrſcherin. Bei ihr war auch noch für die kranke Mutter Hülfe zu erflehen. Auch blieben ja Vater und Magd noch zur Pflege übrig. Das darf nie wieder vorkommen, Jungfer Fides! Ich könnte Sie ſtra⸗ fen, Ihr das Bild der Monatheiligen entziehen: doch will ich es in Anſehung Ihres ſonſtigen Eifers diesmal hinge⸗ hen laſſen. Hier empfange Sie das Bild noch nachträglich!
Er nahm aus einer Art von Brieftaſche ein buntes Bildchen, das er mit den Worten hinreichte:
— iſt die heilige Conſtantia, und gerade dieſe darf Ihr in der Sterbeſtunde nicht fehlen. Sie verleiht jene Tugend, die auch unſerer nächſten Zukunft vor Allem noth thun wird,— Beſtändigkeit, Treue, Anhänglichkeit. Der⸗


