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gleichen Betrachtungen ſtehen auch einer chriſtlichen Jung— frau beſſer zu Geſicht, als ein ſolches allzu ſorgfältig ge⸗ pflegtes Haar. Und den Hals trägt Sie viel zu bloß, das Tüchlein viel zu locker. Es iſt Sünde, eitel zu thun mit dem, was die Natur zu einer heiligen Beſtimmung ver leiht. Hände und Geſicht,— nun ja, die verunreinigen ſich am täglichen Leben: weiter aber darf eine züchtige Jungfrau ihren eignen Körper nicht kennen. Selbſt der Waſchſchwamm kann ein Werkzeug des Verſuchers werden.
Garzweiler fügte im Tone des ſtrengen Sittenrichters noch Manches hinzu, was ein Mädchen, wie Fides, unter den Augen eines jungen Mannes nur in Angſt und Pein verſetzen konnte. Sie hielt es auch nicht aus. Im In⸗ nerſten beſchämt und empört wendete ſie ſich zur Flucht, im Augenblick, als der junge Baron, das Bildchen zu beſchauen, ihre Hand berührte. Sie ſchrak zuſammen, faßte ſich aber und reichte mit mädchenhaftem Stolze das bunte Heiligenbildchen hin.
Es waren übrigens vielleicht die drei ſchönſten Men⸗ ſchen von Mainz, die hier an der Ecke ſtanden, wo man über den Thiermarkt in die neue Univerſitäts-Gaſſe ſchaut Selbſt ein altes Weib, das vorüber hinkte, blieb mit dem Ausrufe ſtehen: Ach das charmante Pärchen vor dem hoch— würdigen Herrn geiſtlichen Rath! Es fehlt nichts, als der Traualtar. Nun der Himmel wird's fügen! Wie mild⸗ thätig würden ſie gegen die Armen ſein!
Baron Franz Karl zog raſch die Börſe, als wollte er
der Alten ein Handgeld auf ihre Weiſſagung geben. Sie nahm das reiche Almoſen mit einem frommen Seufzer.— Ich gehe nach dem Stephansberg in die Abendandacht,
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