Teil eines Werkes 
1. Theil (1847)
Entstehung
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Nun haben wir da drinnen auch ſo einen neuen pariſer Tanz, aber ein Bürgertänzchen. Ei, wir Handwerks

leute wollen endlich auch einmal etwas von Paris! Die Herren vom Hof haben lange genug ihre Späße von Pa ris bezogen, ihre Moden, ihre Möbel, ihre Meinun gen, die uns auch nicht immer gedient haben.

Was? Uns gedient? rief im Tone des höchſten Er ſtaunens ein Mann, der die gewöhnliche graue Hoflivree trug. Welche Verkehrtheit! Wir haben zu dienen. Man muß gefälligſt nicht vergeſſen, wem zu herrſchen und wem zu dienen zuſteht.

Und doch, Herr Hoflakai Linwag, hat der Nachbar ſo Unrecht nicht mit ſeinem Vergleich! verſetzte der Maurer⸗ meiſter Schmuttermeier. Dieſer Aufruhr, dieſe kleine Re⸗ volution da, rührt nämlich vom Tanzboden her. Die Studenten haben den Schreinern die Mädel weggenommen und die Geſellen ſo zu ſagen hinaus gehobelt. O ich hab's kommen ſehen! Schon ſeit zwei Tagen hielten meine Geſellen nicht mehr Stand bei der Arbeit droben auf dem Luſtſchloß Favorite.

Ganz recht, Meiſter! fiel der Uhrmacher Weivenhei⸗ mer ein. Auch haben unſere Geſellen nicht gleich zu den Prügeln gegriffen: ſie haben ſich erſt bei der Polizei be ſchwert; aber man hat ſie nicht angehört.

Ja, die mainzer Polizei! Wie wird mir's! lachte ſchallend Zimmermann Riedel. Ich hab' ihr dieſen Mor⸗ gen angezeigt, ich könnte meine Geſellen nicht mehr bei der Arbeit halten. Ihr wißt's ja, Schmuttermeier. Wir arbeiten doch neben einander, ſo zu ſagen auf und nieder: Ihr brecht die Karthaus ab, und wir bauen's