Druckschrift 
Körners Gedichte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Da berückt dich keine Schlange, zwiſchen Moos und Klee verſteckt, Da umſchwirrt dich kein Inſekt,

Keins, das deiner Bruſt und Wange Ruh' und Heiterkeit entneckt.

Alle deine Wünſche brechen Ihre Früchte hier in Ruh: Rilch und Honig fließt in Bichen; Töne wie vom Himmel ſprechen Labſal dir und Segen zu. Doch mein Lied fühlt ſich verlaſſen In ſo hoher Region, Lange weigern ſich ihm ſchon, Das unſägliche zu faſſen, Bild, Gedanke, Wort und Ton.

Er, dem ſie die Götter ſchufen Zur Genoſſin ſeiner Zeit, Iſt vor aller Welt berufen, Zu erobern alle Stufen Höchſter Erdenſeligkeit.. Ihm gedeihn des Glückes Saatenz Seinem Wunſch iſt jedes Heil, Ehre, Macht und Reichthum feil: Denn zu tauſend Wunderthaten Wird Vermögen ihm zu Theil.

Durch den Balſam ihres Kuſſes Höhnt das Leben Sarg und Grab, Stark im Segen des Genuſſes, Gibts der Fluth des Zeitenfluſſes Keine ſeiner Blüthen ab.