„Doch dem Grafen ſagt's ein Verräther an⸗ „Der zerſtoͤrte blutig ihr Hoffen. „Ihr Buhle fiel auf naͤchtlicher Bahn, „Von meuchelnden Schwertern getroffen. „Sie harrte noch ſein, „Trat der Vater herein, „Stieß den Dolch in's Herz der Armen⸗ „Ohn' Erbarmen!“
„Nun hat ihr Geiſt im Grabe nicht Ruh'⸗ s iſt alle Raſt ihm genommen; „Sie wandelt oft naͤchtlich der Pforte zu, „Ob wohl der Buhle moͤcht' kommen, „Und harret ſein „Bis Morgenſcheinz „Der Buhle ſoll einſt, wie ſie meinen, „Erſcheinen!“
„So lange wandert ſie ohne Raſt, „Im weißen, blutigen Kleide,* „Iſi Allen ein ſtiller befreundeter Gaſt, „That Keinem je was zu Leide; „Still geht ihre Bahn „Zur Pforte hinan, „Die Waͤchter laſſen ſie ſchleichen⸗ „Und weichen.“
„und wie ſie ihr Leben der Liebe geweiht, „Wird ſie todt auch zur Liebe ſich neigen, „Sie heut' Nacht mir ihr blutiges Kleid⸗ „Die Wächter ſollen mir weichen. „Die Geiſterbahn 8 „Haͤlt Keiner an. „Frei kenk' ich ſo durch ihre Mitte „Die Schritte.“


