Da ſank ſie gruͤhend an ſeine Bruſt, Und koſt' ihn mit zartlichem Worte, Doch ſchnell erwacht ſie aus ihrer Luſt: „Wie komm' ich, Freund, durch die Pforte? „Denn ſireng in der Nacht „Wird die Mauer bewact, „Wie mg ich der Knechte Reigen „Durchſchleichen?
„Zwar ſo,— wenn mich nimmer die Hoffnung betrog—
„„So kaͤnn ich durch Pforten und Thären, „s iſt freilich füͤr Madchen⸗Muth zu hoch— „Doch Lieb ſoll mich leiten und führen!
„Wer ihr vertraut „Hat wohl gebaut, „Und wenn er im Kerker auch wäre! „Drum höre!“
„Als Wunderhold noch, unſers Hauſas Ahn', „Auf dieſer Vurg reſidirte, „Da wuchs ihm ein Tochterlein herrlich heran, „Des ganzen Zierde, „Pieß auch Wallhaid, „Hatt' früh re Zeit „Einen Buhlen in glücklichen Stunden „Gefunden.“
„Dem wollte ſie ewig treueigen ſeyn, „Im Leben und Leiden und Freuden, „Doch der harte, trotzige Vater ſprach:— Nein! „Da wollte ſie nicht von ihm ſchei. „Und kuͤhn bedacht „Um Mitternacht h „„Zur Liebe aus Vaters Ketten „„Sich retten.“


