Druckschrift 
Körners Gedichte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

b

13

lich, auch durch Kotzebue's Einfluß, erhielt er die ehrende Anſtellung als Theaterdichter in der kaiſerlichen Reſidenz⸗ und ſo ſicherte ihm die allgemeine Huldiguüg, die ſeinem Genius zu Theil wurde, zugleich ein feſtes Einkommen und eine ſorgenfreie Epiſtenz. Körner galt da⸗ mals fuͤr einen Guͤnſling des Gluͤcks, und gleichwohl gewiß das ſprechendſte Zeugniß für die Liebenswürdigkeit ſeines Characters hatte er nie uͤber Neid und Gabalen in ſeiner theatraliſchen Carriere zu klagen. Weit ent⸗ fernt, zu erſchloffen unter ſo günſtigen Ver⸗ haͤltniſſen, erhielt vielmehr ſeine ruͤſtiße Natur dadurch nur neuen Schwung. Aue Kräfte wur⸗ den aufgeboten, das Ziel immer hoͤher geſteckt, und nie verſchloß der Beſcheidene ſein Ohr ei⸗ ner belehrenden, warnenden, auffordernden Stimme, wenn ſie durch Geiſt, Kenntniſſe und Erfahrung, oder weibliche Anmuth ſich ſeine Achtung erworben hatte. 5

Aber ſchon lange hatte ber patriotiſche Kör⸗ ner im Stillen getrauert über den entehrenden Druck, unter weichem damals das Deutſche Va⸗ terland ſeufzte; und feſt ſtand ſein ſrommer Entſchlus, fuͤr Deutſchlands Erlöſung wenn ſich Gelegenheit darbieten würde ſtatt der Seter das Schwert zu ergreifen, und in die Reihen der Känpfendenzutreten. Die Schlacht von Aspern war damals ſein Troſt, Erzherzog Carl ſein Held. In Moskau's Flammen ſah duch Theodor mit ſo Vielen ſeines Volkes die Morgenroͤthe einer beſſern Zeit. Napoleon floh die Podoliſchen Steppen, Preußen ſtand auf, Preüßens Stimme rief zum Streite für das Heiligſte der Erde, fuͤr Freiheit und Vaterland, hallte wieder bis ins ferne Thal der Donau.