11
durch dieerhabenen Empfindungen, die im ſchau⸗ erlichen Schooß der Erde ihn durchdrangen, wo er in den herrlichſten Liedern den hohen Sinn fuͤr Vaterland und Freiheit und hehre Reli⸗ ioſität beurkundete. Die Religion war für ihn eine finſtere Storerin unſchulbiger Freudenz ſie war ihm die traute Freundin ſeiner Seele, der Stab, an dem ſie ſich erhob. Seine ganze Erziehung war darauf gerichtet, ihn nur durch die edelſten Triebfedernzu beſtimmen, und ſelbſt das Heiligſte lernte er nür verehren, nie fuͤrch⸗ ten. Daher die Unbefangenheit und Wärme, mit der er das Herzliche im Chriſtenthume auf⸗ faßte, ſich zu eigen machte, wieder gab. Dieß die Quelle des ſchoͤnen(durch nachherige Hinder⸗ niſſe unausgefuͤhrt gebliebenen) Plans zu einem religiöſen Taſchenbuche füͤr Chriſten, über das er in einem Briefe äußerte:„Soll uns denn die Religion, füͤr die unſere Vaͤter kaͤmpften und ſtarben, nicht eben ſo begeiſtern, und ſollten dieſe Tone nicht manche Seele anſprechen, die noch in ihrer Reinheit lebt? Koͤrner endigte ſeine academiſche Laufbahn in Freiberg im Sommer 1910, und bezog zur Fortſetzung ſeiner Studien u Michaelis deſſelben Jahres die Univerſität
eipzig. Hier erſchien noch in demſelben Jähre die erſte Sammlung ſeiner Gedichte unter dem Titel: Knospen; ſie fanden entſchiedenen Beifall. Mit Fleiß und Treue trieb er ſeine Studien, beſonders Philoſophie und Geſchichte, eit aber bald in Gefahr, gefeſſelt durch as muntere Studentenleben, den hohern Zielpunct ſeines Lebens aus dem Auge zu verlieren. Sein tiefes und lebendiges Gefuͤhl für Ehre riß ihn zu mancher geſetzwidrigen Vertheidigung derſelben, zu mancher jugend⸗


